Wirtschaft

Warnaktionen in mehreren Ländern Metaller streiken für acht Prozent mehr Lohn

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Die Warnstreiks währen, wie hier im nordrhein-westfälischen Monheim, zunächst nur einige Stunden.

(Foto: dpa)

Die Beschäftigten in der Metallindustrie zeigen den Arbeitgebern in einem bundesweiten Warnstreik, was sie von deren Tarifangebot halten. Statt 3000 Euro Inflationsausgleichsprämie und einer noch nicht bezifferten Gehaltserhöhung fordern sie, dass es deutlich aufwärts geht mit den Löhnen.

Die IG Metall hat in der Nacht zum Samstag erste Warnstreiks in der deutschen Metall- und Metall- und Elektroindustrie begonnen. Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht um Mitternacht legten Beschäftigte in ausgewählten Industriebetrieben die Arbeit nieder, wie Gewerkschafter vor Ort berichten.

Allein in Nordrhein-Westfalen sollten am Samstag sechs Betriebe jeweils für einige Stunden bestreikt werden. Beschäftigte des Metallverarbeitungsunternehmens apt Extrusions legten um 00.01 Uhr komplett ihre Arbeit nieder, wie Kati Köhler, Gewerkschaftssekretärin bei IG Metall Köln-Leverkusen, sagte. Gut 60 bis 70 Kollegen und Kolleginnen waren dem Aufruf zum Warnstreik demnach gefolgt - darunter auch 15 bis 20 Mitglieder der IG Metall Jugend, der Jugendorganisation der Gewerkschaft.

Bei einer Kundgebung in Hagen, am Standort von Thyssenkrupp Hohenlimburg, nahmen nach Angaben des Gewerkschafters Jens Mütze knapp 150 Beschäftigte teil. Vor Tor 3 des Miele-Werks in Bielefeld kamen um 00.01 Uhr gut 100 bis 110 Beschäftigte zusammen und legten die Arbeit nieder. Delegationen von anderen Betrieben aus Bielefeld und dem Altkreis Halle beteiligten sich ebenfalls an der Aktion, wie die IG Metall mitteilte.

Im Tarifgebiet Niedersachsen kamen vor den Toren der Clarios Varta Hannover GmbH nach IG-Metall-Angaben mehr als 150 Beschäftigte zusammen. Bezirksleiter und Verhandlungsführer Thorsten Gröger sagte in einer Rede vor Ort: "All das wäre uns allen erspart geblieben, wenn die Arbeitgeber sich am Verhandlungstisch rechtzeitig gerührt hätten. Aber deren Verweigerungshaltung, mit uns ordentliche Tarifverhandlungen zu führen, hat diese Eskalation herbeigeführt. Wie lange und wie intensiv dieser Konflikt geführt werden muss, liegt in den Händen der Arbeitgeberverbände. Wir sind bereit, auch für längere Zeit aufs Äußerste zu gehen!"

IG Metall will kürzere Laufzeit

Bei einem Warnstreik im niedersächsischen Bersenbrück legten 230 Beschäftigte der Firma Lear Corporation GmbH ab Mitternacht die Arbeit für eineinhalb Stunden nieder, um für die Tarifforderung der IG Metall einzutreten. Weitere Aktionen waren in München und bei Thyssenkrupp Rasselstein im rheinländischen Andernach geplant. In Baden-Württemberg sollte in Neckarsulm beim Autozulieferer Kolbenschmidt die Arbeit befristet ruhen.

Die Arbeitgeber hatten in den bislang regional geführten Verhandlungen jeweils Einmalzahlungen von 3000 Euro und zudem bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine nicht bezifferte Erhöhung der Lohntabellen angeboten. Die Einmalzahlung soll steuer- und abgabenfrei direkt bei den Beschäftigten ankommen. Die Gewerkschaft verlangt hingegen für einen Zeitraum von zwölf Monaten dauerhaft acht Prozent mehr Geld für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat die Arbeitgeber aufgefordert, nachhaltige Lohnerhöhungen anzubieten. "Es ist weiter unklar, wie die Entgelte der Beschäftigten nachhaltig erhöht werden sollen", sagte der Gewerkschafter dem "Handelsblatt". Hofmann ließ erkennen, dass zunächst bis zur vierten Verhandlungsrunde, die am 8. November in Bayern und Baden-Württemberg beginnt, nur kürzere Warnstreiks von einigen Stunden geplant sind.

Die Forderung nach 8,0 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ist die höchste Forderung in der Metall- und Elektroindustrie seit dem Jahr 2008. Die erwartete Teuerung kann damit nicht vollständig ausgeglichen werden, sodass Gewerkschaftschef Hofmann wiederholt staatliche Hilfen für die Haushalte einschließlich einer Energiepreisbremse verlangt hat und zur Eile drängt.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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