Wirtschaft
Das letzte Mal haben die Beschäftigten im Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen im Februar 2015 gestreikt.
Das letzte Mal haben die Beschäftigten im Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen im Februar 2015 gestreikt.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 03. Januar 2018

Tarifstreit bei den Autobauern: Metaller streiken zuerst bei Porsche

Der deutschen Wirtschaft geht es prächtig. Von dem riesigen Kuchen wollen jetzt auch die Arbeitnehmer ihr Stück abhaben: Für die Autoindustrie fordert die IG Metall zum Unmut der Arbeitgeber sechs Prozent mehr Lohn. Der Arbeitskampf beginnt bei Porsche.

Als erster Autobauer soll in der laufenden Tarifrunde der Metallindustrie Porsche am Donnerstag den Druck von Warnstreiks zu spüren bekommen. Beschäftigte am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen seien zu einer Kundgebung am Morgen aufgerufen, teilte die IG Metall mit. Die Friedenspflicht, während der keine Arbeitsunterbrechungen erlaubt sind, endete an Silvester. Zu ersten Protesten für die Tarifforderungen der Gewerkschaft kam es in dieser Woche bereits in Niedersachsen, so etwa beim Autozulieferer Bosch in Salzgitter.

Bundesweit soll die Warnstreikwelle am Montag anrollen und sich steigern, bis die dritte Verhandlungsrunde im Tarifbezirk Baden-Württemberg am 11. Januar in Böblingen beginnt. Nach den ersten beiden Verhandlungsrunden lagen die Tarifparteien bei der Lohnforderung noch weit auseinander: Die IG Metall fordert für die größte deutsche Industriebranche mit ihren rund 3,9 Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn ab Januar bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten bisher zwei Prozent mehr Lohn ab April an sowie 200 Euro Einmalzahlung für die ersten drei Monate des Jahres.

Beim Thema Arbeitszeit sind Gewerkschaft und Arbeitgeber auf Konfrontationskurs. Die IG Metall will ein individuelles Recht auf eine zeitweise Arbeitszeitverkürzung auf 28 Wochenstunden durchsetzen und fordert Zuschüsse für Arbeitnehmer, die weniger arbeiten, um Angehörige zu pflegen oder Kinder zu betreuen. Die Unternehmen pochen dagegen auf die Möglichkeit, mehr Beschäftigte als bisher länger als 35 Wochenstunden ohne Zuschläge arbeiten zu lassen.

Die IG Metall plant neben stundenweisen Arbeitsniederlegungen erstmals auch ganztägige Warnstreiks schon vor einem Scheitern von Verhandlungen, was die Unternehmen angesichts der brummenden Konjunktur empfindlich treffen würde.

Quelle: n-tv.de