Wirtschaft

Konzern vor der Spaltung Metro steht am Scheideweg

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Für Metro geht es künftig zweigleisig weiter.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Quartalszahlen geben zwar wenig Anlass zur Freude, doch der deutsche Einzelhandels-Riese Metro hat große Pläne. Mit einer Firmenspaltung und einem neuen Marketing rüstet sich der Konzern für die Zukunft.

Wer Metro hört, denkt meist an Chips in Eimern, Druckerpapier im Vorteilspack oder Salami in Kilogrammpackungen. Doch der Handelsriese hat weit mehr zu bieten als Lebensmittel und Bedarfsartikel für Großkunden. So gehören zur Metro Group unter anderem auch die Supermarktkette Real, sowie die Elektrohändler Media Markt und Saturn.

Doch es wartet eine große Veränderung auf den Konzern. Am Montag stimmen die Aktionäre in der Hauptversammlung über eine Zweiteilung der Metro Group ab. Künftig sollen die Handelsketten Real und Metro Cash&Carry in der neuen Sparte Metro aufgehen, während Media Markt und Saturn als Ceconomy firmieren.

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Metro legt mit einem Jahresumsatz von 37 Milliarden Euro und 150.000 Mitarbeitern in 35 Ländern vor, Ceconomy zieht mit 22 Milliarden Euro und 65.000 Mitarbeitern nach. Die Zweiteilung beläuft sich aber auch auf Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro.

Beide Firmenzweige sollen künftig das Börsenparkett betreten und somit an Profil gewinnen. Für die Anleger bedeutet das eine 1:1-Teilung: Pro Metro-Stammaktie gibt es eine Aktie des neuen Lebensmittelhändlers. Die Aktionäre sollen somit 90 Prozent an der neuen Metro halten, zehn Prozent an Ceconomy. Immerhin legen die Metro-Papiere innerhalb eines Jahres von knapp 22 Euro auf etwa 32 Euro zu.

Kundendaten vergolden

Die neuesten Quartalszahlen zeigen trotzdem einen Rückgang des Gewinns im Kerngeschäft. Im Vergleich zur Vorjahreszahl von 549 Millionen Euro erwirtschaftete Metro im abgelaufenen Quartal nur noch 200 Millionen Euro. Der Umsatz stagniert indes bei 17 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es 17,1 Milliarden Euro. Doch Konzernchef Olaf Koch hat eine Maßnahme zur Gewinnsteigerung in petto.

Mit der neu gegründeten Retail Media Group will Ceconomy in Zukunft gezielt Kundendaten sammeln und sich diese zu Nutze machen. So soll auf den Internetseiten von Media-Saturn nutzergezielte Werbung geschaltet werden. Immerhin verzeichnet der Konzern zehn Millionen Kundenkontakte täglich, auf die Werbetreibende gezielt Anzeigen zuschneiden können.

"Wir Händler besitzen riesige Datenschätze, die wir heben müssen", sagte Media-Saturn-Chef Pieter Haas. Wenn man sich dabei branchenübergreifend zusammentue, werde die Kombination dieser Besucher- und Transaktionsdaten zusätzliche Erlösquellen sichern, so die Hoffnung.

Eine Schwierigkeit für die geplante Metro-Spaltung könnte Media-Saturn-Anteilseigner Erich Kellerhals sein. Mit dem Unternehmer, dem ein Fünftel der Tochterkonzerne gehört, gibt es seit Jahren Streit. Mit weiteren geplanten Zukäufen könnte sich Ceconomy jedoch unabhängig von dem ungeliebten Kellerhals machen.

 

Quelle: ntv.de