Wirtschaft

Superreiche als Corona-Opfer Milliardäre in Großbritannien werden "ärmer"

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Auf Platz eins der Reichenliste schafft es zum ersten Mal der für seine beutellosen Staubsauger bekannte britische Erfinder und Unternehmer James Dyson.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Coronakrise hinterlässt auch bei Milliardären Spuren: Die 1000 Reichsten Großbritanniens sind nach zwei Monaten Pandemie um 60 Milliarden Euro leichter, wie eine Analyse ergibt. Dass Dutzende von ihnen deshalb staatliche Lohnkostenzuschüsse für Beschäftigte beantragt haben, stößt auf Kritik.

Die Corona-Pandemie hat das Vermögen der 1000 reichsten Menschen in Großbritannien erstmals seit rund einem Jahrzehnt schrumpfen lassen. Wie die "Sunday Times" berichtete, verloren die Superreichen in den vergangenen zwei Monaten insgesamt 54 Milliarden Pfund (60 Milliarden Euro). Die Zahl der Milliardäre sank demnach um vier auf 147.

Laut der seit 1989 von der "Sunday Times" veröffentlichten Liste der 1000 Reichsten im Land musste die Hälfte der Milliardäre Verluste von bis zu sechs Milliarden Pfund hinnehmen. Das hat es seit 2009, im Gefolge der großen Finanzkrise, nicht mehr gegeben.

Auf Platz eins mit einem Vermögen von 16,2 Milliarden Pfund schaffte es zum ersten Mal der für seine beutellosen Staubsauger bekannte britische Erfinder und Unternehmer James Dyson. Sein rasanter Aufstieg von Platz fünf im vergangenen Jahr liegt nach Einschätzung des Blatts nicht nur am Erfolg seiner Firmen, sondern auch an den hohen Verlusten seiner Konkurrenten unter den Top Ten.

So verloren die letztjährigen Erstplatzierten, die Brüder Sri und Gopi Hinduja mit ihrem gleichnamigen indischen Mischkonzern, sechs Milliarden Pfund. Mit einem Vermögen von "nur" noch 16 Milliarden Pfund landeten sie nun gemeinsam mit den Unternehmern David und Simon Reuben auf dem zweiten Platz. Gemeinsam verfügen die Superreichen laut der Liste über ein Vermögen von 743 Milliarden Pfund.

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"Die erste detaillierte Analyse der Finanzen der Superreichen seit Beginn der Corona-Epidemie verstärkt die Sorge, dass Großbritannien vor einer tiefen und langen Rezession steht", kommentierte die "Sunday Times". Nach ihren Angaben haben mindestens 63 Mitglieder der Liste, darunter 20 Milliardäre, beim Staat Lohnkostenzuschüsse für ihre Beschäftigten von bis zu 80 Prozent beantragt. Diese können bis zu 2500 Pfund monatlich betragen.

Dies stieß bei der Leiterin des linken Londoner Thinktanks "Institute for Public Policy Research" (IPPR), Carys Roberts, auf Kritik. "Warum können sie das nicht aus ihren eigenen tiefen Taschen zahlen, statt von gewöhnlichen Familien zu verlangen, es für sie zu tun", sagte sie der "Sunday Times".

Quelle: ntv.de, ddi/AFP

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