Wirtschaft

Wirtschaft liegt am Boden "Mini-Davos" soll Argentinien helfen

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Mauricio Macri verspricht die Öffnung seines Landes.

(Foto: REUTERS)

Knapp 2000 Manager aus aller Welt kommen in Buenos Aires zusammen. Argentinien braucht dringend Investitionen, um aus der Rezession zu gelangen. Auch der Bundeswirtschaftsminister nimmt am Treffen teil.

Ein internationales Wirtschaftsforum soll Argentinien neue Investitionen zur Wiederbelebung seiner Wirtschaft bringen. Mehr als 1900 führende Manager von knapp tausend Unternehmen aus 67 Ländern nehmen an dem dreitägigen "Argentina Business & Investment Forum" teil. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist der prominenteste ausländische Politiker, der auf dem Forum spricht.

Der SPD-Chef will dort auch mit argentinischen Regierungsvertretern zusammenkommen. Anschließend reist Gabriel nach Kanada, wo er am Donnerstag politische Gespräche über das Freihandelsabkommen Ceta führen und an einer internationalen Konferenz teilnehmen wird.

Zu den Vertretern der Wirtschaft in Buenos Aires zählen Joe Kaeser (Siemens), Andrew Liveris (Dow Chemical), Muhtar Kent (Coca-Cola) und Bob Dudley (BP). Die konservative Regierung hat seit der Amtsübernahme von Präsident Mauricio Macri vor neun Monaten die Wirtschaft liberalisiert. Vorgängerin Cristina Fernández de Kirchner hatte auf eine starke Regulierung gesetzt.

Riesiger Investitionsbedarf

"Vor neun Monaten stand Argentinien vor einer neuen Krise. Wir haben aber rechtzeitig reagiert und konnten dies abwenden. Heute wollen wir uns der Welt öffnen", erklärte Macri bei seiner Eröffnungsansprache. Die Regierung hat den Devisenmarkt wieder freigegeben und mit der Lösung des Streits über fällige Auslandsschulden vor einem US-Gericht etwas Vertrauen von internationalen Geldgebern zurückgewonnen.

Argentinien steckt jedoch weiter in der Rezession. Im laufenden Jahr gingen nach Regierungsangaben über 100.000 Jobs verloren. Die Inflationsrate stieg gleichzeitig bis auf 43 Prozent, erst vor einem Monat sank sie um einige Prozentpunkte. Die Regierung in Buenos Aires hat bereits private Investitionen über 33 Milliarden US-Dollar angepeilt, die aber erst langsam in die Wirtschaft fließen. Und der Ökonom Daniel Sica schätzt den jährlichen privaten Investitionsbedarf Argentiniens auf 110 Milliarden Dollar.

Daher setzt die Regierung auf das Investment-Treffen, das auch als "Mini-Davos" bezeichnet wird in Anlehnung an das jährliche Weltwirtschaftsforum in der Schweiz. "Es ist so, als ob eine Menge Badelustiger um einen Swimming-Pool steht und abwartet, wer als erster reinspringt", sagte der Chef einer bilateralen Handelskammer über das Klima unter Investoren vor Beginn des Forums.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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