Wirtschaft

Fünf Konzernmarken betroffen Mitarbeiter bestreiken VW in der Slowakei

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Auch die spektakuläre Seilbahn, auf der Fahrzeuge über das Werksgelände schweben, soll nach dem Willen der Arbeiter stillstehen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das VW-Werk in der Slowakei gilt als eines der produktivsten des Konzerns. Mehr als 1000 Autos laufen hier täglich vom Band. Die Mitarbeiter verlangen, stärker am Profit aus ihrer Arbeit beteiligt zu werden. Das Unternehmen legt einen anderen Maßstab an.

Bei Volkswagen in der Slowakei hat der erste Streik der 25-jährigen Geschichte des Standortes begonnen. Zuvor hatte die Firmenleitung die Forderung der Gewerkschaft nach einer Lohnerhöhung um 16 Prozent als unrealistisch abgelehnt. Mit einem durchschnittlichen Bruttolohn von 1800 Euro pro Monat sei die Bezahlung bei VW doppelt so hoch wie das landesweite Durchschnittseinkommen, argumentierte die Unternehmensführung. VW hatte 4,5 Prozent mehr in diesem und 4,2 Prozent mehr im kommenden Jahr angeboten.

Der deutsche Autobauer hat rund 12.000 Beschäftigte in der Slowakei. Die Belegschaftsvertreter wiederum argumentieren damit, dass die slowakischen VW-Mitarbeiter seit Jahren trotz hoher Produktivität geringere Löhne als die Beschäftigten an anderen Standorten des Weltkonzerns akzeptiert hätten. Sie demonstrierten daher zu Beginn des unbefristeten Streiks am Morgen mit Transparenten wie "Erniedrigt uns nicht!" oder "Auch wir sind Teil des Konzerns!". An die Konzernführung in Wolfsburg gerichtet waren Vorwürfe wie "Für uns das Minimum, für euch das Maximum".

Volkswagen ist einer der größten Arbeitgeber und Exporteure der Slowakei. Innerhalb des Volkswagen-Konzerns wiederum gilt der slowakische Standort als einer der modernsten und produktivsten. Dort werden zugleich Autos für fünf Marken produziert, nämlich VW, Porsche, Audi, Seat und Skoda. In den Werken laufen täglich mehr als 1000 Fahrzeuge vom Band. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt knapp 389.000. Erst am vergangenen Donnerstag feierte VW das 5-millionste Auto.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa