Wirtschaft

Kreditwürdigkeit gesenkt Moody's stuft Ukraine weiter herab

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Trotz finanzieller Hilfe aus dem Westen ist der Ausblick der Ratingagentur für die Ukraine negativ.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im März drückt die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit der Ukraine nach unten. Angesichts des andauernden Krieges folgt eine erneute Herabstufung auf Caa3 - und weitere könnten folgen. Demnach besteht die Gefahr, dass sich die Staatsverschuldung "als mittelfristig untragbar" erweist.

Die US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit der Ukraine angesichts des russischen Angriffskriegs gegen das Land erneut herabgestuft. Das Herabsenken um eine Stufe auf Caa3 versah Moody's mit einem negativen Ausblick - weitere Abstufungen könnten also folgen. Anfang März hatte Moody's die Kreditwürdigkeit der Ukraine bereits um zwei Stufen von B3 auf Caa2 gesenkt.

Als Grund für die erneute Herabstufung gab die Ratingagentur "einen länger währenden militärischen Konflikt, als Moody's anfänglich erwartet hatte", an. Dies erhöhe das Risiko einer Restrukturierung der ukrainischen Schulden und von Verlusten für Gläubiger in der Privatwirtschaft. Trotz umfangreicher finanzieller Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft bestehe die Gefahr, dass sich der deutliche Anstieg der ukrainischen Staatsverschuldung "als mittelfristig untragbar" erweise, erklärte Moody's.

G7 sagen Milliardenhilfen zu

Die G7-Finanzminister unter dem Vorsitz Deutschlands hatten der Ukraine bei ihrem Treffen in Königswinter bei Bonn zusätzliche Milliardenhilfen zugesagt. Der gemeinsamen Abschlusserklärung zufolge umfassen diese nun für das laufende Jahr 19,8 Milliarden US-Dollar (etwa 18,7 Milliarden Euro), davon wurden 9,8 Milliarden Dollar bei dem Treffen neu zugesagt.

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Der US-Kongress billigte am Donnerstag ein Hilfspaket in Höhe von 40 Milliarden Dollar für die Ukraine, nachdem er dem Land im März bereits 14 Milliarden Dollar gewährt hatte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) legte im März ein 1,4-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für die Ukraine auf, die Weltbank genehmigte ein Darlehen in Höhe von 350 Millionen Dollar als Teil eines doppelt so schweren Gesamtpakets.

Nach Angaben des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj benötigt seine Regierung sieben Milliarden Dollar monatlich, um die ukrainische Wirtschaft am Laufen zu halten. Moody's geht von einem Gesamt-Finanzbedarf der Ukraine für dieses Jahr in Höhe von rund 50 Milliarden Dollar aus. Die Ratingagentur rechnet für 2022 mit einem kriegsbedingten Schrumpfen der ukrainischen Wirtschaft um 35 Prozent.

Quelle: ntv.de, chf/AFP

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