Wirtschaft

Gewinn halbiert Munich Re will Corona hinter sich lassen

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Munich Re will in diesem Jahr wieder 2,8 Milliarden Euro verdienen.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Die weltweite Corona-Pandemie hat dem Rückversicherer Munich Re das Jahr verhagelt. Insgesamt musste der Konzern fast 3,5 Milliarden Euro aufwenden - etwa wegen der Absage von Großveranstaltungen. Für 2021 gibt sich das Unternehmen betont zuversichtlich.

Der Rückversicherer Munich Re hat im Corona-Jahr 2020 trotz hoher Schäden einen Milliardengewinn geschafft und sieht sich auf dem Weg zurück zur Normalität. "In diesem Jahr werden wir wieder an die vor der Pandemie anvisierte Gewinnhöhe anknüpfen", sagte Vorstandschef Joachim Wenning. "Die Voraussetzungen stimmen." Im vergangenen Jahr kosteten Corona und die Folgen - etwa die Absagen von Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen - den weltgrößten Rückversicherer 3,5 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr sollen nur noch rund 600 Millionen Euro hinzukommen. "Wir sind für den gesamten Corona-Schadenkomplex komplett abgesichert", sagte Finanzvorstand Christoph Jurecka.

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Für die Münchener Rück war 2020 mit einer Großschaden-Last von 4,7 (2019: 3,1) das schwärzeste Schadenjahr seit 2011, als der Tsunami in Japan und Erdbeben in Neuseeland ihr die Bilanz verhagelten. Wenigstens die Naturkatastrophen-Saison fiel 2020 glimpflich aus. Letztlich reichte es zu einem Nettogewinn von 1,21 Milliarden Euro, der allerdings um mehr als die Hälfte niedriger ausfiel als ein Jahr zuvor.

Die Dividende soll mit 9,80 Euro je Aktie trotzdem stabil bleiben. Auf den gewohnten Aktienrückkauf müssen die Investoren in diesem Jahr aber verzichten, wie Wenning klarmachte. Die Münchener Rück brauche das Geld, um ihre Wachstumschancen wahrzunehmen und bei Corona auf Nummer sicher zu gehen. Denn im neuen Jahr soll die Münchener Rück mit einem Gewinn von 2,8 Milliarden Euro zurück in die Spur kommen. Die Schaden-Kosten-Quote soll dann mit 96 (2020: 105,6) Prozent wieder unter die kritische Marke von 100 Prozent sinken.

In den Verhandlungen zur Erneuerung der Verträge zum Jahreswechsel 2020/21 habe der Rückversicherer die steigenden Raten genutzt und elf Prozent mehr Geschäft gezeichnet. Allein die Preise stiegen um 2,4 Prozent. "In keiner Sparte und keiner Region haben wir mehr Ratenverschlechterungen gesehen", sagte Wenning. Die Aussichten für die Erneuerungsrunden im April und Juli seien ähnlich gut.

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Als stabilisierender Faktor für die Münchener Rück erwies sich die Erstversicherungs-Tochter Ergo. "Die Restrukturierung von Ergo war gerade zur rechten Zeit erfolgreich - als sie am meisten gebraucht wurden, um die Schwankungen der Ergebnisse abzufedern", lobte Jefferies-Analyst Philip Kett.

Das einstige Sorgenkind lieferte dank Einsparungen im vergangenen Jahr 517 Millionen Euro Gewinn ab, obwohl es 64 Millionen Euro an Corona-Schäden zu tragen hatte und die Reiseversicherung wegen der Beschränkungen lahmte. Auch 2021 soll Ergo rund eine halbe Milliarde zum Gewinn beisteuern - und schielt auf Übernahmen. Wenn die Münchener Rück zukaufe, dann in der Erstversicherung, machte Finanzvorstand Jurecka klar.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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