Billionen dank "Kosmischem Kuss"Musk will Mega-Börsengang am Stand von Venus und Jupiter ausrichten

SpaceX soll in diesem Jahr den mit Abstand größten Börsengang aller Zeiten hinlegen. Die angestrebte Billionen-Bewertung ist ambitioniert. Die Planung richtet sich einem Bericht zufolge nach einer Planetenkonstellation – und Elon Musks Geburtstag.
Über einen möglichen Börsengang von SpaceX, seinem Raumfahrtkonzern, sprach Elon Musk schon vor mehr als einem Jahrzehnt. 2013 erklärte er, ein solcher öffentlicher Aktienverkauf (englisch Initial Public Offering, IPO) könne frühestens stattfinden, wenn die Mission von SpaceX, den Mars zu besiedeln, weit vorangeschritten sei, und das Shuttle-Raumschiff "Mars-Kolonie-Transporter" regelmäßig fliege. In diesem Jahr soll es nun so weit sein – also mit dem Börsengang. Der "Financial Times" (FT) zufolge soll er im Juni stattfinden und mit einem angestrebten Erlös von 50 Milliarden Dollar der größte Börsengang aller Zeiten werden.
Über das anstehende Börsendebüt von SpaceX wird bereits seit vergangenem Jahr spekuliert. Wie die britische Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Insider schreibt, hat das Unternehmen nun Verhandlungen mit mehreren Großbanken geführt, die den Börsengang durchführen sollen. Ein Erlös von 50 Milliarden Dollar würde den bisherigen Rekord-Börsengang des saudischen Ölkonzerns Saudi-Aramco, der im Jahr 2019 29 Milliarden Dollar einbrachte, deutlich übertreffen. Das hieße, dass SpaceX als Unternehmen insgesamt ein Wert von 1,5 Billionen Dollar zugemessen würde. Musk und die bisherigen Investoren könnten damit erhebliche Gewinne erzielen: Bei der jüngsten, außerbörslichen Finanzierungsrunde hatten die Investoren SpaceX mit 800 Milliarden Dollar bewertet. Das ist erst wenige Monate her. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 250 Milliarden Dollar.
Für Musks Sinneswandel, den Börsengang noch vor der Besiedlung des Mars anzugehen, scheint es mehrere Gründe zu geben. Eine entscheidende Rolle dürften der winkende Milliardenerlös und die hohe Rendite für die bisherigen Anteilseigner spielen. Der Börsengang würde es diesen Investoren ermöglichen, diese Gewinne zu realisieren. SpaceX könnte das frische Kapital aus dem Börsengang für neue Projekte nutzen. Berichten zufolge plant Musk, unter anderem Rechenzentren im Weltall zu errichten, um die steigende Nachfrage nach Rechenleistung im Zuge des AI-Booms zu bedienen.
Der FT zufolge spielen für die Wahl des angepeilten Termins im kommenden Juni nicht nur finanzielle Erwägungen eine Rolle. Musk, so sollen Insider berichten, habe diesen Zeitpunkt wegen einer seltenen Planetenkonstellation vorgeschlagen, die sich dann ereignen wird: eine sogenannte Konjunktion von Jupiter und Venus. Dabei werden die beiden Himmelskörper von der Erde aus betrachtet sehr nah und hell erscheinen. Ein Phänomen, das auch als "kosmischer Kuss" beschrieben wird. Weiter sprachen die Insider laut FT davon, dass auch Musks Geburtstag Ende Juni als Grund für diesen Zeitraum genannt werde.
Ob sich Musk von der besonderen Planetenkonstellation günstigere Bedingungen für den Börsengang verspricht, ist nicht bekannt. Die FT stellt den Terminvorschlag in eine Reihe mit anderen Anspielungen und Scherzen, die Musk in der Vergangenheit in geschäftliche Ankündigungen einbaute. So schlug er 2018 vor, Tesla zu einem Preis von 420 Dollar pro Aktie von der Börse zu nehmen. Die Zahl ist ein in der Cannabis-Szene verwendeter Code für Kiffen.
Die angestrebte Größe des Börsengangs ist in jedem Fall ambitioniert. Laut Musk soll SpaceX 2025 rund 15 Milliarden US-Dollar umgesetzt haben. Der Löwenanteil davon entfalle demnach auf das Satelliten-Internet-System Starlink. Aufträge der US-Weltraumbehörde NASA sollen gut eine Milliarde Dollar eingebracht haben. Zahlen zum Gewinn veröffentlicht SpaceX nicht. Mit 1,5 Billionen Dollar beträgt die angestrebte Bewertung das 100-Fache des Umsatzes. Das ist selbst für ein erfolgreiches, schnell wachsendes Technologieunternehmen extrem hoch. Zum Vergleich: KI-Börsenstar Nvidia wird mit rund dem 25-fachen des Umsatzes bewertet.