Wirtschaft

"Keine Einigung bei Konditionen" Muss Air Berlin um die Staatshilfe bangen?

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Die Fluggesellschaft Air Berlin hat Insolvenzantrag gestellt, weil der Hauptaktionär Etihad keine weiteren finanziellen Mittel bereitstellen will.

(Foto: picture alliance / Britta Peders)

Um die Zeit zu überbrücken, bis Käufer gefunden sind, braucht die insolvente Air Berlin dringend Geld. Berlin hat zwar Staatshilfe zugesagt, aber unter Dach und Fach ist der Vertrag noch nicht. Laut Medienbericht ist man "zunehmend angefressen".

Die Air-Berlin-Rettung steuert möglicherweise auf noch größere Turbulenzen zu. Laut "Bild am Sonntag" (BamS) ist der wichtige Überbrückungskredit des Staates weder unterschrieben noch bisher Geld an die insolvente Airline geflossen.

Air Berlin
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Verhandlungskreise berichteten, es gebe noch "keine Einigung über die Konditionen" der Staatshilfe. Bei Air Berlin wächst derweil die Nervosität. Man sei "zunehmend angefressen", zitiert die Zeitung einen Teilnehmer

Ein Sprecher von Air Berlin wollte den Verhandlungsstand nicht kommentieren. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums beschwichtigte: Es laufe alles planmäßig, man sei in der "technischen Umsetzung".

Mit dem rund 150 Millionen Euro umfassenden Kredit soll nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin der Flugbetrieb für etwa drei Monate gesichert werden - auch um Tausenden Urlaubern die Rückreise zu ermöglichen. Die Gehälter für alle 7200 Beschäftigten in Deutschland übernimmt derweil bis Oktober die Arbeitsagentur. Die Gehälter für Juli hatte Air Berlin noch selbst gezahlt.

Die Staatshilfe für die Airline wird heftig diskutiert. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ist die Mehrheit der Deutschen dagegen. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries verteidigt das Eingreifen des Staates jedoch.

Auch mit Staatshilfe wird es eng

Eine geordnete Abwicklung garantiert aber auch die Überbrückungshilfe nicht. Selbst mit dem Kredit droht es eng für die insolvente Fluggesellschaft zu werden: Sollten die Buchungen weiter einbrechen, wird das Geld nicht reichen.

Air Berlin soll möglichst schnell unter mehreren Bietern aufgeteilt werden. Laut Konzernchef Thomas Winkelmann laufen Gespräche mit mehr als zehn Interessenten, darunter mehreren Fluglinien. Piloten und Bordpersonal dürften gute Chancen haben, bei Lufthansa oder Easyjet unterzukommen, vorausgesetzt sie erhalten einen Zuschlag für ihre Gebote.

Allerdings dürfte Lufthansa sie nur zu den Bedingungen der Billigflug-Tochter Eurowings einstellen. Laut BamS sind die Gehälter bei Air Berlin deutlich höher als bei Eurowings. Als Favorit für eine Air-Berlin-Übernahme gilt weiterhin Marktführer Lufthansa.

Quelle: n-tv.de, ddi

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