Wirtschaft

Nach Nacktfoto-Affäre "National Enquirer" wird verkauft

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Das US-Skandalblatt "National Enquirer" steht im Zentrum von Affären um Präsident Donald Trump und Amazon-Chef Jeff Bezos.

(Foto: REUTERS)

Die US-Klatschzeitung, die eigentlich Skandale aufdecken will, sorgt zuletzt selbst für Schlagzeilen. Amazon-Chef Bezos wirft dem "National Enquirer" Erpressung vor. Nun bekommt das Blatt einen neuen Besitzer. Nicht nur zweifelhafte Affären sind hierfür der Grund.

Das US-Skandalblatt "National Enquirer", das im Zentrum von Affären um Präsident Donald Trump und Amazon-Chef Jeff Bezos steht, wechselt den Besitzer. Der Medienkonzern American Media (AMI) des Trump-Freundes David Pecker gab am Donnerstag bekannt, das Boulevardmagazin an James Cohen zu verkaufen, den Besitzer des Flughafenkiosk-Betreibers Hudson Media. Laut der Zeitung "Washington Post" soll der Kaufpreis 100 Millionen Dollar betragen.

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Der "National Enquirer" hatte im Januar mit Enthüllungen über eine außereheliche Affäre von Amazon-Gründer Bezos für Aufsehen gesorgt. Der Milliardär warf dem Klatschblatt später vor, versucht zu haben, ihn mit intimen Fotos zu erpressen. Ein von Bezos engagierter Privatermittler kam zu dem Schluss, dass das Handy des Amazon-Chefs, dem auch die Trump-kritische "Washington Post" gehört, von Saudi-Arabien gehackt wurde.

Der bisherige "National Enquirer"-Besitzer Pecker hat zudem Trump im Wahlkampf 2016 mit der Abwicklung einer Schweigegeldzahlung an eine angebliche frühere Sexpartnerin geholfen. Der "National Enquirer" kaufte dem früheren "Playboy"-Model Karen McDougal die Exklusivrechte an ihrer Geschichte für 150.000 Dollar ab - veröffentlichte die Geschichte dann aber nicht und hielt sie damit aus der Öffentlichkeit. Die Methode ist in den USA als "catch and kill" bekannt ("fange und vernichte"). AMI räumte die Vorwürfe im Dezember ein.

Die aktuelle Auseinandersetzung mit dem superreichen Amazon-Chef und die damit möglicherweise verbundenen rechtlichen Risiken kommen für das Zeitungshaus zur Unzeit. AMI hat hohe Schulden. Der "Enquirer" sowie das Schwesterblatt "Globe" leiden seit Jahren unter einer stark sinkenden Auflage. Auch "Globe" soll abgestoßen werden. Die Zukunftschancen der Boulevardmedien könnten am besten von einem neuen Besitzer genutzt werden, hatte Pecker kürzlich angekündigt. Zum Verlag gehören noch etliche weitere Klatschtitel wie "Ok!", "In Touch", "Life & Style" oder "Closer".

Quelle: n-tv.de, ddi/AFP/dpa

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