Wirtschaft

Anleger reagieren enttäuscht Netflix-Boom gerät ins Stocken

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Netflix lockt noch immer viele Kunden an - aber nicht so viele, wie erwartet.

(Foto: REUTERS)

Der Erfolg zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr stellt die aktuellen Kundenzuwächse bei Netflix in den Schatten. Anleger bestrafen die neuesten Quartalszahlen prompt. Der US-Streamingdienst muss sich in einer umkämpften Branche behaupten.

Netflix bekommt die Konkurrenz anderer Streamingdienste zu spüren. Das Unternehmen hat im dritten Quartal weniger Neukunden gewonnen als von Experten erwartet: In den Monaten Juli bis September seien 2,2 Millionen zahlende Abonnenten hinzugekommen, teilte der Konzern nach US-Börsenschluss mit. Analysten hatten laut Refinitiv-Daten im Schnitt mit 3,4 Millionen neuen Kunden gerechnet.

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Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 23 Prozent auf 6,44 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn um fast 19 Prozent auf 790 Millionen Dollar zulegte. Auch hier blieb das Unternehmen hinter den Erwartungen zurück. Die Netflix-Aktie verlor nachbörslich fast sechs Prozent. Im Verlauf des Jahres hatte sie rund 62 Prozent zugelegt.

Das Interesse an Netflix hatte in der Corona-Pandemie zunächst kräftig zugenommen. Serienhits wie "Tiger King" in Kombination mit der erhöhten Streaming-Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie sorgten in den beiden Vorquartalen mit 15,8 Millionen beziehungsweise 10,1 Millionen neuen Nutzern noch für einen großen Ansturm. Nun flaute das Wachstum kräftig ab.

Das dürfte auch am verschärften Konkurrenzkampf liegen. Neben etablierten Rivalen wie Hulu oder Amazon Prime setzt nun auch der Hollywood-Riese Disney voll auf Streaming. Außerdem kamen mit Warnermedias HBO Max und Comcasts Peacock weitere Services hinzu. Das Management ist sich des Wettbewerbsdrucks durchaus bewusst. "Wir sind begeistert, gegen Disney und eine wachsende Anzahl weiterer Akteure anzutreten", hieß es im Brief an die Aktionäre zwar selbstbewusst. Doch Netflix wolle seinen Service so schnell wie möglich weiter verbessern, um "Jedermanns erste Wahl für Online-Unterhaltung" zu sein. Die Konkurrenz umfasse nicht nur Streaming, sondern auch andere Entertainment-Formen wie Videospiele oder von Nutzern erstellte Inhalte bei Youtube und Tiktok.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/dpa