Wirtschaft

Digitalisierung in Deutschland Netzagentur kritisiert Bundesregierung

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Nur Glasfaseranschlüsse sind in der Lage, die mittlerweile anfallenden gigantischen Datenmengen zu transportieren.

(Foto: picture alliance / Carsten Rehde)

In Deutschland sind Daten im Internet vergleichsweise langsam unterwegs. Vor allem in ländlichen Gegenden müssen Nutzer oft auf einen schnellen Zugang verzichten. Experten der Bundesnetzagentur pochen auf einen schnellstmöglichen Netzausbau.

Die Bundesnetzagentur drängt zum Ausbau des schnellen Internets und will im kommenden Jahr die dafür notwendigen Regulierungsvorgaben bereitstellen. "Damit die nächste Mobilfunkgeneration 5G möglichst schnell ankommt bei den Menschen, streben wir für 2018 die Bereitstellung der erforderlichen Frequenzen an", sagte der Präsident der Regulierungsbehörde, Jochen Homann.

Vor allem die Versorgung in den ländlichen Regionen bezeichnete Homann noch immer als unzureichend. So hätten nur 36 Prozent der Haushalte Zugang zu Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). In Städten könnten bereits 90 Prozent der Haushalte darauf zurückgreifen.

"Wir dürfen weitere Investitionen nicht in die ferne Zukunft verschieben und so die Chancen der Digitalisierung verstreichen lassen", betonte Homann. Verbraucher fragten zudem immer häufiger nach Anschlüssen mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s.

Ausbauziel nicht erreicht

Die von SPD und Union getragene Bundesregierung hatte sich in der vergangenen Wahlperiode zum Ziel gesetzt, ab 2018 überall in Deutschland Breitbandanschlüsse mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Mbit/s zur Verfügung zu stellen. Dieses Ziel dürfte die Große Koalition wohl nicht erreichen: Bislang sind laut Homann insgesamt erst rund 77 Prozent der Haushalte versorgt.

Einer der Gründe sei, heißt es, dass die Deutsche Telekom, Marktführer bei Internet-Anschlüssen, ihr altes Kupfer-Telefonnetz so lange wie möglich weiternutzen und keine Glasfaseranschlüsse bis in die Häuser verlegen wolle. Jedoch sind nur diese Glasfaseranschlüsse in der Lage, die mittlerweile anfallenden gigantischen Datenmengen zu transportieren.

Quelle: n-tv.de, hny/rts

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