Wirtschaft

"Vermutlich temporär" Netzagentur rechnet mit regionalem Gasmangel

d494536c8b476b0669767dc96cde2a72.jpg

Das Szenario eines regionalen Gasmangels sei wahrscheinlich, prognostiziert Behördenchef Klaus Müller.

(Foto: dpa)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Der Chef der Bundesnetzagentur hält es für wahrscheinlich, dass es schon im kommenden Winter zu regionalen Engpässen bei der Gasversorgung kommt. Um das zu verhindern, müsse im nächsten Jahr mehr Gas importiert werden.

Die Bundesnetzagentur rechnet damit, dass es im kommenden Winter zumindest regional einen Gasmangel in Deutschland geben könnte. "Vermutlich wären die Einschränkungen erst einmal temporär und können auch wieder enden oder mehrfach auftreten", sagte Behördenchef Klaus Müller T-Online. In dem Fall müsse man dafür sorgen, dass Gas gut durchs Land transportiert werde. Das Szenario eines regionalen Gasmangels sei wahrscheinlich, sagte Müller.

"Womöglich aber läuft es sogar etwas besser", sagte Müller. Dafür müsste gewährleistet sein, dass die Gasimporte im kommenden Jahr größer ausfallen - zum Beispiel, weil die zwei zusätzlichen privaten Flüssiggasterminals so früh wie möglich fertig sind oder Deutschland zusätzliches Gas aus Frankreich bekommt. "Dann könnten wir davon ausgehen, dass wir unsere Speicher nächsten Sommer wieder schneller füllen können."

Die fast vollständige Befüllung der Speicher vor diesem Winter hält Müller für unwahrscheinlich. "Einen durchschnittlichen Füllstand von 95 Prozent zum 1. November verfehlen wir in all unseren Szenarien. Das werden wir kaum hinkriegen, weil einzelne Speicher von einem sehr niedrigen Füllstand gestartet sind."

Ab Oktober müssen die Speicher laut gesetzlichen Vorgaben zu 85 Prozent und am 1. November zu 95 Prozent gefüllt sein. Die Speicherfüllung ist ein Baustein dafür, dass in Deutschland bei weiter reduzierten oder ganz ausfallenden russischen Lieferungen der Gas-Fluss im Winter nicht versiegt. Weitere Faktoren sind Gas-Lieferungen anderer Länder etwa über LNG-Terminals sowie die Einsparung beim Gas-Verbrauch von 15 bis 20 Prozent.

Quelle: ntv.de, chl/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen