Wirtschaft

IG Bau fordert mehr Bauland Neubau-Wohnungen werden immer kleiner

Ein Baugerüst steht an einem Rohbau für Neubau-Wohnungen. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Ein Baugerüst steht an einem Rohbau für Neubau-Wohnungen.

(Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Gerade in beliebten Großstädten sind bezahlbare Wohnungen Mangelware. Zu wenig neue Appartments kommen auf den Markt. Und wenn doch, sind sie deutlich kleiner als noch vor wenigen Jahren, wie eine neue Studie zeigt.

Neue Wohnungen in Deutschland sind nach einer Studie aktuell deutlich kleiner als vor Jahren. In den vergangenen sechs Jahren sei die durchschnittliche Wohnfläche von Neubauwohnungen um elf Quadratmeter und damit um knapp zehn Prozent gesunken, heißt es in einer Studie des privaten Prognos-Instituts für Verbände der Bau- und Wohnungswirtschaft, die in Berlin vorgelegt wurde. Als Ursachen nennt die Untersuchung erheblich gestiegene Bau- und Kaufpreise, aber auch eine wachsende Nachfrage nach kleineren Wohnungen.

Die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohner über alle Wohnungen hinweg blieb in den vergangenen Jahren allerdings konstant. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts lag sie von 2011 bis 2017 jeweils zwischen 46,1 und 46,5 Quadratmeter, mit leicht steigender Tendenz. Das wird auf die wachsende Zahl von Einpersonenhaushalten zurückgeführt.

Die Verbände kritisierten, es werde zu wenig und zu teuer gebaut. Notwendig seien etwa deutlich mehr neue Sozialwohnungen. 80.000 müssten pro Jahr entstehen, dreimal so viele wie zuletzt. Um den Mietanstieg zu bremsen, müsse außerdem dichter gebaut werden.

Bauland ein Schlüsselfaktor

Der Studie zufolge verschärft die teils drastische Verteuerung von Bauland die Lage auf Mietmärkten in großen deutschen Städten zusätzlich. Von 2011 bis 2017 verdoppelten sich demnach die durchschnittlichen Baulandpreise in den großen deutschen Städten. An den sogenannten A-Standorten - Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, München, Stuttgart - habe der Preis für Bauland im Jahr 2011 bei rund 600 Euro pro Quadratmeter gelegen, im Jahr 2017 bereits bei 1120 Euro.

Aus dem gleichen Grund fordert die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) von Städten und Gemeinden, neues Bauland auszuweisen. Fehlendes und zu teures Bauland sei ein entscheidender Engpass für den Wohnungsbau - insbesondere für den bezahlbaren und erst recht für den sozialen Wohnungsbau. Das Angebot an Grundstücken, die auf den Markt kommen, werde immer geringer, erklärte die Gewerkschaft. "Wenn das so weitergeht, droht der Markt regelrecht auszutrocknen. Die IG Bau fordert zudem mehr Fördermittel für soziale und bezahlbare Wohnungen.

Der Bevölkerungsforscher Reiner Klingholz warnte aber vor dem Wohnungsbaugipfel vor Neubau an der falschen Stelle. Wenn Landgemeinden, die eigentlich kein Wachstum erwarten können, Neubaugebiete auswiesen, drohten dort Immobilienblasen mit der Gefahr von Leerstand und fallenden Preisen in der nächsten Generation, so der Leiter des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/AFP