Wirtschaft

Japan und Brasilien Neue Einfuhrstopps für Schweinefleisch

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Deutsche Schweinehalter haben es zunehmend schwerer - die Liste der Länder mit einem Einfuhrstopp wächst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Druck auf die deutschen Schweinezüchter wächst massiv. Die Liste der Länder, die nach dem Schweinepest-Fall in Brandenburg auf Fleisch aus Deutschland verzichten, wächst. Das Ministerium ringt um Einzellösungen.

Wegen der Schweinepest in Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung nach China und Südkorea nun auch Japan deutsche Schweinefleisch-Einfuhren verboten. Das teilte das Agrarministerium in Berlin mit. Mit den Regierungen dieser Länder sei man weiterhin im Gespräch, um Regionalisierungs-Vereinbarungen zu erreichen. Dies zielt darauf, Einfuhrstopps wegen der Schweinepest nur auf Betriebe aus betroffenen deutschen Regionen zu beschränken - und nicht für ganz Deutschland einzuführen. So ist es auch in der EU geregelt, in die rund 70 Prozent der Schweinefleisch-Exporte gehen.

Im vergangenen Jahr importierte Japan 40.240 Tonnen Schweinefleisch aus Deutschland - ausgenommen Würstchen und andere Schweinefleischerzeugnisse. Das waren nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Tokio nur 3,3 Prozent der gesamten Schweinefleischimporte. Lebende Schweine wurden 2019 überhaupt nicht importiert.

Auch Brasilien hat die Einfuhr von Schweinefleisch aus Deutschland ausgesetzt. Dies bestätigte das Landwirtschaftsministerium in der Hauptstadt Brasília. In einem Schreiben habe man von den Gesundheitsbehörden in Deutschland detaillierte Informationen über Sicherheitsmaßnahmen angefordert, die von deutschen Betrieben getroffen werden. Auch Argentinien hat den Import von Schweinefleisch aus Deutschland bereits gestoppt.

China, das die Einfuhren bereits gestoppt hatte, ist der wichtigste Exportmarkt für deutsches Schweinefleisch außerhalb der EU. Laut Statistischem Bundesamt hatten die Ausfuhren dorthin im November 2019 einen Höchstwert erreicht: In dem einen Monat wurden 53.000 Tonnen Schweinefleisch aus Deutschland im Wert von 160 Millionen Euro nach China exportiert.

Generell kommt seit Bekanntwerden des ersten Schweinepest-Falles in Brandenburg Ende vergangenen Woche auch bereits ein "faktischer Exportstopp" für die meisten Zielländer außerhalb der EU zum Tragen. Hintergrund ist, dass in Ausfuhrzertifikaten nun nicht mehr angegeben könne, dass Deutschland "Schweinepest-frei" ist, wie das Ministerium erläuterte. Weitere Fälle der für Menschen ungefährlichen Tierseuche über den Fund eines toten Wildschweins in Brandenburg hinaus gibt es demnach bundesweit vorerst nicht.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP