Wirtschaft

Schwache Nachfrage auf Weltmarkt Nissan verbucht deutlichen Gewinnrückgang

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Nissan-CEO Hiroto Saikawa bei der Bilanzvorlage.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Japans zweitgrößter Autobauer kämpft mit Problemen an verschiedenen Fronten: Der Skandal um Ex-Chef Ghosn belastet Nissan ebenso wie die schwache Nachfrage auf dem Markt. Der Gewinn des Konzerns bricht daher um satte 57 Prozent ein.

Der vom Fall des angeklagten Ex-Chefs Carlos Ghosn belastete Renault-Partner Nissan bekommt zusätzlich die schwache Nachfrage in den USA und auf anderen Märkten zu spüren. Der Nettogewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr (31. März) brach auf Jahressicht um mehr als die Hälfte auf 319 Milliarden Yen (umgerechnet gut 2,6 Milliarden Euro) ein, wie der Konzern bekanntgab. Das ist der niedrigste Gewinn seit neun Jahren.

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Zuvor war Nissan noch von einem Gewinn von 3,3 Milliarden Euro ausgegangen. Und auch fürs laufende Geschäftsjahr sieht es düster aus: Der Nettoertrag dürfte demnach weiter empfindlich sinken, und zwar um erneut fast die Hälfte auf 1,4 Milliarden Euro, wie der Konzern weiter mitteilte.

Absage an Fusion mit Renault

Renault strebt eine Fusion mit den Japanern an. Die neue Führung des französischen Partners habe zwar eine Integration vorgeschlagen, hieß es. Doch Nissan-Chef Hiroto Saikawa machte deutlich, dass man unterschiedlicher Ansicht sei. Jetzt sei nicht die Zeit, sich auf die Kapitalallianz mit den Franzosen zu fokussieren, sondern auf das Geschäft. Eine Fusion mit Renault halte man für unnötig, daran habe sich nichts geändert, bekräftigte er.

Renault, an dem der französische Staat beteiligt ist, hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan, die Japaner halten ihrerseits 34 Prozent an Mitsubishi. Nissan ist zu 15 Prozent an Renault beteiligt, hat aber dabei keine Stimmrechte. Die Allianz war vom früheren Verwaltungsratschef Ghosn einst geschmiedet und lange Zeit von ihm kontrolliert worden. Er war im vergangenen November in Japan wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen in Haft genommen worden. Seither wurde er mehrfach wegen weiterer angeblicher Vergehen angeklagt und kam kürzlich zum zweiten Mal auf Kaution aus der Untersuchungshaft frei. Einen Termin für einen Prozess gegen den prominenten Automanager gibt es noch nicht.

Autoabsatz in Europa sinkt um fast 18 Prozent

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Japans zweitgrößter Autobauer nach Toyota mit einem Umsatzrückgang von 2,4 Prozent auf knapp 92 Milliarden Euro, nachdem der Umsatz bereits im vergangenen Jahr um 3,2 Prozent geschrumpft war. Der globale Absatz sank um mehr als vier Prozent auf 5,5 Millionen Fahrzeuge und dürfte im laufenden Geschäftsjahr nur geringfügig steigen. Auf dem wichtigen US-Markt mussten die Japaner im vergangenen Geschäftsjahr einen Absatzrückgang von 9,3 Prozent hinnehmen. Der Marktanteil liegt bei 8,4 Prozent.

In Europa - ohne Russland - sank der Absatz um gut ein Sechstel auf 536.000 Fahrzeuge. Dies entspreche einem dortigen Marktanteil von drei Prozent, hieß es. Auf dem weltgrößten Automarkt China, wo die Unternehmensergebnisse von Nissan auf Basis des Kalenderjahres kalkuliert werden - im Gegensatz zum Geschäftsjahr, das bis zum 31. März läuft -, steigerte der Konzern den Absatz indes leicht um knapp drei Prozent auf 1,56 Millionen Autos und kommt damit auf einen Marktanteil von 5,9 Prozent.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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