Wirtschaft

100 Milliarden Euro verdient Norwegens Staatsfonds warnt vor Einbruch

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Der Fonds legt die Rohstoffeinnahmen des Landes an.

(Foto: REUTERS)

Seit Jahren investiert Norwegen seine Öleinnahmen, um den Wohlstand künftiger Generationen zu sichern. An den Finanzmärkten erwirtschafteten die Manager im ersten Halbjahr eine Rendite von fast zehn Prozent. Zugleich warnt der Chefanleger vor drastischen Verlusten.

Norwegens staatlicher Pensionsfonds hat im ersten Halbjahr kräftige Gewinne erzielt. Wie die Norwegische Bank mitteilte, lag die Rendite bei 9,4 Prozent. Das entspricht gut 100 Milliarden Euro. Umgerechnet auf jeden Norweger und jede Norwegerin sind dies etwa 17.000 Euro für jeden. Am 30. Juni hatte der Fonds, der als der größte Staatsfonds der Welt gilt, einen Gesamtwert von 1,11 Billion Euro. Das ölreiche Norwegen legte den Fonds in den Neunzigerjahren auf, um die Wirtschaft gegen die Volatilität bei den Ölpreisen zu schützen und die umfangreichen Leistungen des norwegischen Sozialstaats zu finanzieren.

"Aktienbeteiligungen trugen am positivsten zur Rendite im ersten Halbjahr bei", sagte Nicolai Tangen, Chef im Norges Bank Investment Management. Gelohnt hätten sich vor allem Investitionen im Energie- und Finanzsektor und in Technologieunternehmen. Der Fonds wird mit den Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasförderung gefüttert, von der Zentralbank im Auftrag des Finanzministeriums verwaltet und investiert in Tausende Unternehmen weltweit, darunter Großkonzerne wie Microsoft, Apple und Amazon.

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Im vergangenen Halbjahr wurden umgerechnet 14,1 Milliarden Euro aus dem Fonds abgezogen. 72,4 Prozent wurden in Aktien investiert, 25,1 Prozent in Anleihen und 0,1 Prozent in nicht börsennotierte Infrastruktur und erneuerbare Energie.

Fonds-Chef Tangen warnte allerdings, dass weltweit steigende Preise noch nie dagewesene Verluste nach sich ziehen könnten. Denn Inflation könnte letztlich zu viel höheren Zinsen führen. Dies wiederum würde das Portfolio des Fonds meist auf zwei verschiedene Arten treffen. Denn sowohl die Anleihen- als auch die Aktienmärkte würden belastet. "Es könnte zu Rückgängen (im Wert des Gesamtportfolios) kommen, wie wir sie noch nie erlebt haben", sagte Tangen, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Das bisher schlechteste Quartalsergebnis erwirtschaftete der Fonds im ersten Quartal 2020, als die Corona-Pandemie begann: Es gab ein Minus von rund 130 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa/AFP

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