Wirtschaft

Anstieg um 2,9 ProzentÖlpreis und Niedrigwasser treiben die Inflation an

31.08.2026, 14:03 Uhr
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Benzin und Diesel kosten wieder sehr viel. (Foto: picture alliance / Rene Traut Fotografie)

Die Preise für Verbraucher steigen im August erneut schneller als im Vormonat. Die Gründe dafür liegen vor allem im anhaltenden Nahost-Krieg. Aber auch das Niedrigwasser in deutschen Flüssen trägt zur Teuerung bei.

Die Inflation in Deutschland ist im August erneut gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in seiner ersten Schätzung mitteilte. Im Juli stieg die Inflation bereits um 2,8 Prozent, im Juni um 2,3. Gründe für den Anstieg sind vor allem die gestiegenen Ölpreise. Auch Sondereffekte wie das Niedrigwasser am Rhein belasteten - etwa in Nordrhein-Westfalen.

Energie verteuerte sich um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 8,3 Prozent im Juli. Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran ist in den vergangenen Wochen wieder aufgeflammt. Das hat die Energiepreise in die Höhe getrieben. In Nordrhein-Westfalen etwa kostete Heizöl im August 33,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, während sich Diesel um 35,6 Prozent und Benzin um 24 Prozent verteuerten.

Allein von Juli auf August verteuerten sich Kraftstoffe in NRW um 2,6 Prozent - "auch vor dem Hintergrund des im August herrschenden Niedrigwassers im Rhein", wie das Statistische Landesamt betonte. Raffinerien werden häufig per Binnenschiff beliefert, wie das Bundeskartellamt erklärte. Durch das Rekord-Niedrigwasser des Rheins wurde die Schifffahrt auf Europas wichtigster Binnenwasserstraße erheblich beeinträchtigt.

EZB könnte Leitzins anheben

Nahrungsmittel kosteten bundesweit erneut durchschnittlich 0,1 Prozent mehr (Juli: plus 0,4 Prozent). Für Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen wurden 2,8 Prozent mehr verlangt (Juli: plus 2,9 Prozent). Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, legten erneut um 2,4 Prozent zu. Von Juli auf August zogen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,2 Prozent an.

Auch in anderen großen Euro-Ländern wie Frankreich und Spanien lag die Inflation im August deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank, die einen Wert von zwei Prozent anstrebt. Sie könnte deshalb im September ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben - von 2,25 auf 2,50 Prozent. "Zwar bleiben die Entscheidungen von der Datenlage abhängig, doch dürfte eine weitere Zinsanhebung notwendig sein, sofern sich die Inflationsaussichten nicht erheblich verbessern sollten", hieß es in den Protokollen zur Juli-Sitzung der EZB. Die Zentralbank hatte die Zinsen im Juni erstmals seit fast drei Jahren angehoben und im Juli pausiert.

Quelle: ntv.de, jog/rts

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