Wirtschaft

Ölpreise und Dollar geben nachAussicht auf neue US-Iran-Gespräche stützt Wall Street

14.04.2026, 22:55 Uhr
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Im Fokus bei den Unternehmen standen vor allem Bilanzen aus dem Finanzsektor. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Ein möglicher diplomatischer Durchbruch im Konflikt zwischen den USA und dem Iran lässt die Anleger aufatmen. Die Indizes an den New Yorker Börsen legen leicht zu. Der Bitcoin-Kurs erreicht sogar den höchsten Stand seit Anfang Februar.

Die Aussicht auf neue Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sorgt für steigende Kurse an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte am Dienstag 0,3 Prozent höher bei 48.370 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um ein halbes Prozent auf 6921 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ein Prozent auf 23.417 Stellen. "Dass sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran von Raketen auf Worte verlagert, nährt bei den Anlegern die Hoffnung, dass die Auseinandersetzung bald beigelegt wird", sagte Bob Savage, Chefstratege bei der Bank of New York Mellon.

Die Verhandlungsteams der USA und des Iran könnten Insidern zufolge noch in dieser Woche für Friedensgespräche nach Islamabad zurückkehren. Einem an den Gesprächen beteiligten Insider zufolge wurde Washington und Teheran nun ein Vorschlag zur erneuten Entsendung ihrer Delegationen unterbreitet. Ein genaues Datum stehe noch nicht fest, sagte ein ranghoher iranischer Insider. Die Delegationen hielten sich jedoch den Zeitraum von Freitag bis Sonntag offen. US-Präsident Donald Trump sagte, der Iran habe am Montag Kontakt aufgenommen und wolle eine Einigung. Er werde jedoch keinem Abkommen zustimmen, das Teheran den Besitz von Atomwaffen erlaube.

Die Aussicht auf Iran-Verhandlungen ließ den Preis für US-Leichtöl WTI um 6,6 Prozent auf 92,54 Dollar je Fass (159 Liter) fallen. Die Rohölsorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um gut vier Prozent auf 95,08 Dollar pro Barrel. Zu Wochenbeginn waren die Ölpreise gestiegen, nachdem das US-Militär mit einer Blockade der iranischen Häfen begonnen hatte und die Gespräche in Pakistan zur Lösung der Krise zunächst gescheitert waren.

Bitcoin im Höhenflug

Zudem hoben die US-Hersteller trotz des jüngsten Ölpreisschocks ihre Preise im März nicht so stark an wie erwartet. Dies schürte neue Hoffnungen auf niedrigere Zinsen der US-Notenbank Fed und drückte damit den Dollar. Der Dollar-Index, der den Wert der US-Währung zu anderen wichtigen Währungen misst, gab um 0,3 Prozent auf 98,110 Punkte nach und näherte sich seinem Vorkriegsniveau.

Anleger griffen zugleich bei Bitcoin zu. Die umsatzstärkste Kryptowährung verteuerte sich um gut zwei Prozent auf 74.801 Dollar und erreichte damit ihren höchsten Stand seit Anfang Februar. "Der Bitcoin fungiert derzeit als eine Art Seismograf für die globale Risikobereitschaft und signalisiert, dass Investoren wieder das Risiko suchen", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Offensichtlich reicht derzeit ein fragiler diplomatischer Faden, an dem sich die Kurse nach oben hangeln."

Im Fokus bei den Unternehmen standen vor allem Bilanzen aus dem Finanzsektor. Die Geldhäuser Wells Fargo und JP Morgan konnten mit ihren Zahlen nicht bei Anlegern punkten: Die Aktien fielen nach der Veröffentlichung um gut fünf und ein Prozent. Der Vermögensverwalter BlackRock und die Großbank Citigroup gewannen hingegen 4,3 und knapp drei Prozent.

Gefragt waren auch die Titel von Lucid. Ein Chefwechsel und die Ausweitung der Partnerschaft mit Uber hievten die Aktien des US-Elektroautobauers um gut vier Prozent ins Plus. Anleger griffen ebenfalls bei American Airlines zu, was die Papiere um 8,3 Prozent nach oben trieb. Der Chef von United Airlines hat Insidern zufolge bei Trump für eine Fusion mit dem Konkurrenten geworben. Die United-Aktien rückten um 3,5 Prozent vor.

Um vier Prozent nach oben ging es für Amazon. Mit der milliardenschweren Übernahme von Globalstar in Louisiana will das Onlinehandel- und Technologiekonglomerat sein Satellitengeschäft stärken und den Rückstand zu Elon Musks Starlink verkleinern. Die Globalstar-Titel sprangen um 10,5 Prozent in die Höhe.

Quelle: ntv.de, bhp/rts

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