Chef sieht QualitätsproblemeOpel-Mutter Stellantis macht 22 Milliarden Euro Minus

Die Autobranche steckt in der Krise, davon kann der Stellantis-Konzern ein Lied singen. Ein Kurswechsel in der US-Politik und Defizite in der Fahrzeugqualität sorgen für Abschreibungen in Milliardenhöhe.
Der Autokonzern Stellantis hat im vergangenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf seine Elektroautostrategie einen riesigen Milliardenverlust gemacht. Unterm Strich standen 22,3 Milliarden Euro Minus, wie die Opel-Mutter in Amsterdam mitteilte.
Der Vielmarkenkonzern mit Wurzeln in Frankreich, Italien und den USA hatte bereits vor Wochen mitgeteilt, dass er wegen der Änderung des Elektrokurses der US-Regierung und der folgenden Nachfrageschwäche in seinem wichtigen Markt USA viel Geld abschreiben muss. Letztlich beliefen sich die Wertminderungen im Gesamtjahr auf 25,4 Milliarden Euro. Einen weiteren Grund dafür sieht Stellantis-Chef Antonio Filosa in Qualitätsproblemen bei den eigenen Fahrzeugen, die er auf den Sparkurs des früheren Chefs Carlos Tavares zurückführte.
Auch bereinigt um die Sonderkosten kam der VW-Rivale stark unter Druck. Er fuhr im Tagesgeschäft wegen Preisdrucks rote Zahlen ein - sowohl in Nordamerika, wo der Konzern einst mit seinen Pick-ups und SUVs den Löwenanteil seiner Gewinne machte, als auch in Europa.
Der neue Konzernchef Filosa war eigentlich angetreten, um den Konzern nach einer hausgemachten Krise in den USA im Tagesgeschäft wieder auf Kurs zu bringen - nun musste er mit einem Großreinemachen beginnen, das den Konzern lange mit Milliardenzahlungen belasten wird.
Für das laufende Jahr bekräftigte das Unternehmen seine Prognose. Diese sieht ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine bereinigte Betriebsmarge im niedrigen einstelligen Bereich vor. Eine Dividende soll in diesem Jahr nicht gezahlt werden.
Stellantis streicht Elektromodelle, bietet mehr Verbrenner- und Mischantriebe an und baut die Produktion und seine Lieferketten um. US-Präsident Donald Trump hatte Subventionen für Elektroautos gestrichen und Abgasregelungen geändert. Auch die anderen US-Autoriesen General Motors und Ford mussten viele Milliarden auf ihren eingeschlagenen Elektrokurs abschreiben. Zum Stellantis-Konzern gehören neben Opel unter anderem auch Fiat, Peugeot, Chrysler, Alfa Romeo und Jeep.