Wirtschaft

"Keine andere Wahl" Oslo stoppt Gas-Streik - Verhandlungen erzwungen

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Auf einzelnen Förder-Plattformen sind Beschäftigte bereits in den Ausstand getreten. Es sollten noch weiter folgen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

In Norwegen scheitern Lohn-Verhandlungen zwischen Unternehmen und Gewerkschaften in der Erdöl- und Gasbranche. Es beginnen Streiks. Doch die Regierung hält den Zeitpunkt dafür für höchst ungeeignet. Mit Blick auf die Versorgungssicherheit zwingt sie beide Seiten zu neuen Gesprächen.

Norwegens Regierung schaltet sich in den Streik von Mitarbeitern auf Öl- und Gasplattformen in der Nordsee ein- Hintergrund sind Sorgen um die Gasversorgung in Europa. Die Regierung will eine Einigung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberorganisation erzwingen, wie sie mitteilte. Auf Aufforderung von Arbeitsministerin Marte Mjøs Persen hätten die Parteien erklärt, dass sie den Streik beenden werden, damit alle so bald wie möglich die Arbeit wieder aufnehmen könnten. Laut norwegischem Recht kann die Regierung bei Tarifkonflikten eingreifen und den Streit zur Entscheidung vor ein unabhängiges Tarif-Gremium bringen.

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"Es ist unverantwortlich, die Gasproduktion in so großem Umfang einzustellen wie es dieser Streik in den nächsten Tagen zur Folge haben könnte", erklärte die Ministerin. "Die angekündigte Eskalation ist kritisch in der aktuellen Situation, sowohl mit Blick auf die Energiekrise als auch auf die geopolitische Situation, in der wir mit einem Krieg in Europa stehen." Norwegen müsse alles tun, um dazu beizutragen, die Energiesicherheit in Europa und den europäischen Zusammenhalt gegen Russlands Kriegsführung aufrechtzuerhalten, hieß es weiter.

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Nach gescheiterten Lohnverhandlungen waren 74 Mitarbeiter auf drei norwegischen Öl- und Gasplattformen in einen Streik getreten. Der Energiekonzern Equinor stoppte infolge des Ausstands die Produktion auf den Feldern Gudrun, Oseberg Sør und Oseberg Øst. Am Mittwoch wollten weitere 117 Mitarbeiter die Arbeit niederlegen. Für Samstag war eine erneute Ausweitung des Streiks geplant. "Mit dem angekündigten Streik ab dem 9. Juli würde mehr als die Hälfte der täglichen Gasexporte Norwegens ausfallen", teilte die Regierung mit.

"Grundsätzlich sind die Parteien selbst dafür verantwortlich, eine Lösung in solchen Fällen zu finden", erklärte Ministerin Marte Mjøs Persen. "Aber wenn der Konflikt so große gesellschaftliche Konsequenzen für ganz Europa haben kann, habe ich keine andere Wahl als in den Konflikt einzugreifen."

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP

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