Wirtschaft

Bafin vermutet Insiderhandel Polizei durchsucht Metro-Zentrale

4c51590ccf43d60336f8fd5a9e478bb5.jpg

Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchen die Düsseldorfer Geschäftsräume.

(Foto: imago/Rolf Braun)

Nachdem der Handelskonzern Metro im vergangenen Jahr seine Aufspaltung ankündigt, schießt die Aktie in die Höhe. Kurz vorher sichern sich zwei Spitzenmanager offenbar Aktien für mehr als eine Millionen Euro - das ruft nun die Bundesfinanzaufsicht auf den Plan.

Spitzenmanager des Handelskonzerns Metro stehen unter dem Verdacht des Insider-Handels. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten Büros des Düsseldorfer Konzerns. Metro kooperiere "in vollem Umfang" mit den Ermittlungsbehörden, sagte ein Metro-Sprecher. Er wies den Vorwurf des Insider-Handels zurück.

Metro AG
Metro AG 7,86

Den Anstoß für die Razzia hatte die Finanzaufsicht BaFin mit einer Anzeige gegeben. Die Behörde sei "wegen des Verdachts des Insiderhandels und der Marktmanipulation in Aktien der Metro AG" aktiv geworden, erklärte eine Sprecherin. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf kündigte für kommende Woche eine Erklärung an.

Der Vorwurf richtet sich unter anderem gegen Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann. Dieser soll nach einem "Spiegel"-Bericht am 22. Februar 2016, kurz nach seiner Wahl an die Spitze des Gremiums, für gut eine Million Euro 43.000 Aktien der damaligen Metro AG gekauft haben. Neben Steinemann habe auch ein Vorstandsmitglied vor der Aufspaltungsmitteilung Aktien gekauft, auch dieser Spitzenmanager werde des Insiderhandels verdächtigt. Die Ankündigung der Aufspaltung hatte für einen Kurssprung gesorgt.

Ende März 2016 hatte der Konzern seine Pläne angekündigt. Konzernchef Olaf Koch hatte der Metro die Spaltung in einen Elektronikhändler um Media Markt und Saturn sowie einen Lebensmittelhändler verordnet. Heute sind beide Teile getrennt, die Media-Saturn-Holding firmiert unter dem Namen Ceconomy. Der Lebensmittelhändler rund um die Großmärkte und die Supermarktkette Real hat sich den Namen Metro gesichert.

"Die Metro AG hat die Nachricht von der beabsichtigten Aufspaltung des Unternehmens am 30. März 2016 pünktlich und unter Beachtung der einschlägigen Vorschriften kommuniziert und ist dabei allen entsprechenden Pflichten nachgekommen", sagte ein Sprecher des Konzerns. "Zu dem Zeitpunkt, zu dem Herr Steinemann und ein Vorstandsmitglied Aktien erworben haben, lag keine Insider-Information vor."

Quelle: ntv.de, jgu/rts