Wirtschaft

Aktionärsklage in den USA Porsche SE profitiert kräftig vom VW-Hoch

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Aktionäre verklagen VW-Großeigner Porsche SE in den USA.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Erst wird die Porsche SE in der Corona-Krise von Volkswagen mit ins Minus gerissen, nun macht die VW-Dachgesellschaft auch beim Hoch Kasse. Im ersten Halbjahr 2021 verdient sie prächtig. Derweil wartet in den USA eine Aktionärsklage.

Dank hoher Gewinne des Volkswagen-Konzerns hat auch die VW-Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) im ersten Halbjahr bestens verdient. Die Beteiligungsholding verbuchte zwischen Januar und Ende Juni einen Nachsteuergewinn von satten 2,46 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war die PSE wegen der Krise in der Autobranche zu Beginn der Corona-Pandemie noch von einer schwachen VW-Bilanz mitgerissen worden und hatte ein Minus von 329 Millionen Euro eingefahren.

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Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte PSE hält gut 53 Prozent der Stammaktien von Volkswagen. Zwar gibt es darüber hinaus auch noch einige weitere Beteiligungen, das Geschäft hängt aber zum allergrößten Teil an der Entwicklung des VW-Konzerns.

Volkswagen hatte für das erste Halbjahr ein Rekord-Betriebsergebnis sowie einen Nettogewinn nach Minderheiten von 8,1 Milliarden Euro vermeldet. Angesichts des guten ersten Halbjahres geht die PSE seit Kurzem auch für das Gesamtjahr von einem höheren Gewinn aus. Dieser werde wohl zwischen 3,4 Milliarden und 4,9 Milliarden Euro liegen, hieß es. Die Prognose war Ende Juli aktualisiert worden, zuvor war das Management um Vorstandschef und VW-Chefaufseher Hans Dieter Pötsch von 2,6 Milliarden bis 4,1 Milliarden Euro ausgegangen.

Aktionärsklage in den USA

Schlechte Nachrichten gibt es derweil aus den USA. In Zusammenhang mit dem Dieselskandal ist die Porsche SE mit einer Aktionärsklage konfrontiert. Die beim Obersten Gerichtshof des Staates New York eingereichte Klage richte sich gegen die Porsche SE und frühere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder von Volkswagen sowie weitere Personen, heißt es in dem am heutigen Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht der Porsche SE.

"Die Kläger behaupten, Aktionäre der Volkswagen AG zu sein, und machen mit ihrer Klage vermeintliche Ansprüche der Volkswagen AG für diese geltend." Die Klage - eine sogenannte Derivative Action - stütze sich unter anderem auf den Vorwurf angeblicher Pflichtverletzungen nach dem Aktiengesetz und dem Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Kläger wollen demnach erreichen, dass das Gericht Pflichtverletzungen der Beklagten gegenüber Volkswagen feststellt.

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Die Porsche Automobil Holding SE (PSE) ist mit 53,3 Prozent der Stimmrechte größter Aktionär von Volkswagen. Der bereits im April 2021 bei Gericht eingereichte Schriftsatz sei der PSE noch nicht zugestellt worden. Deshalb könne man noch keine Angaben zur Höhe eines geforderten Schadensersatzes machen, sagte ein Sprecher.

Eine Derivate Action oder Aktionärsderivatklage wird von einem oder mehreren Aktionären im Namen eines Unternehmens gegen einen Dritten erhoben. Dieser Dritte ist oft ein Insider der Firma, etwa ein leitender Angestellter, Vorstand oder Aufsichtsratsmitglied. Die Porsche SE und Volkswagen sind vor Gerichten in Braunschweig und Stuttgart bereits mit Anlegerklagen in Milliardenhöhe konfrontiert. Dabei werfen die Kläger den Unternehmen vor, sie zu spät über den Dieselskandal informiert zu haben, und fordern Schadensersatz wegen erlittener Kursverluste ihrer Aktien.

Quelle: ntv.de, ses/dpa/rts

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