Wirtschaft

Gerüchte um Frank Appel Post-Chef soll Telekom-Kontrollgremium führen

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Appels Vertrag bei der Post endet im kommenden Jahr - vielleicht verlängert er, vielleicht wird er Aufsichtsratschefs der Telekom. Vielleicht sogar beides.

(Foto: imago images/sepp spiegl)

Die Post eilt von Rekord zu Rekord und wird diesen Weg so schnell auch nicht verlassen. Konzernchef Appel ist nun als Aufsichtsratschef der Telekom im Gespräch. Unklar ist, ob er an der Spitze des Logistik-Unternehmens bleibt. Für beinahe jede denkbare Variante findet sich ein nickender Insider.

Bei der Deutschen Telekom ist der Chef der Deutschen Post, Frank Appel, einem Medienbericht zufolge Favorit für die Nachfolge von Aufsichtsratschef Ulrich Lehner. Auf einer Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums am 15. Dezember könnte eine Vorentscheidung fallen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf mehrere Insider. Der Aufsichtsrat dürfte demnach dem Vorschlag folgen und Appel auf der Hauptversammlung am 7. April zur Wahl in das Gremium vorschlagen. Gleichzeitig gebe es Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung für Telekom-Vorstandschef Timotheus Höttges. Beide Unternehmen lehnten Stellungnahmen zu dem Bericht ab.

Die Amtszeit des früheren Henkel-Chefs Lehner, der das Telekom-Kontrollgremium seit 2008 leitet, endet mit dem Aktionärstreffen im kommenden Jahr. Der Manager hatte bereits bestätigt, dass auch extern nach einem Nachfolgekandidaten gesucht werde.

Gerüchte um die berufliche Zukunft Appels und eine mögliche Bestellung an die Spitze des Telekom-Aufsichtsrats machen seit längerer Zeit die Runde. In Branchenkreisen hatte es geheißen, angesichts des hohen Bundesanteils an beiden Konzernen sei nur schwer vorstellbar, dass Appel Chef der Post bleiben würde, wenn er dem Aufsichtsgremium der Telekom vorstehen sollte. An anderer Stelle hieß es indes, auch Appels Vorgänger an der Post-Spitze, Klaus Zumwinkel, sei Aufsichtsratschef der Telekom gewesen.

Der Bund hält über die staatseigene Förderbank KfW rund 20,5 Prozent an der Post. Bei der Telekom sind es 13,8 Prozent, die direkt beim Bund liegen, 16,6 Prozent liegen bei der KfW.

Der ehemalige McKinsey-Berater Appel ist seit dem Jahr 2000 bei der Deutschen Post. 2002 wurde er Mitglied des Vorstands, 2008 rückte er auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden. Er ist bis 2022 bestellt. Eine Entscheidung über seine Zukunft bei der Post wird bald erwartet. Insider sagen, Appel habe noch keine Tendenz erkennen lassen.

Appel hatte in der Vergangenheit Fragen, ob er eine weitere Amtszeit anstrebe, immer gesagt, seine Aufgabe an der Spitze der Post bereite ihm großen Spaß. In Branchenkreisen wurde in den vergangenen Wochen angesichts der immer neuen Rekordergebnisse der Post nicht ausgeschlossen, dass Appel seine Aufgabe als erledigt ansehen und sich nun neue Herausforderungen suchen könnte.

Andere Insider hatten darauf verwiesen, dass er eine milliardenschwere Digitalisierungsoffensive bei der Post angestoßen habe und diese Strategie 2025 noch zu Ende bringen wolle. Im Post-Konzern habe er keine Bereitschaft erkennen lassen, dem Unternehmen den Rücken zu kehre, hatten Insider berichtet.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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