Wirtschaft

Mitarbeiter streiken für Jobgarantie Postbank-Verkauf gilt als beschlossen

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Die Gewerkschaft Verdi will den Streik in den kommenden Tagen auf weitere Bundesländer ausweiten.

(Foto: dpa)

Hunderte Mitarbeiter der Postbankbank streiken - laut Gewerkschaft der Beginn eines großen Arbeitskampfes. Dabei geht es weniger ums Geld als um Jobgarantien. Denn das Schicksal der Deutsche-Bank-Tochter scheint bereits besiegelt.

Im Ringen um die neue Strategie der Deutschen Bank zeigt die Gewerkschaft Verdi Zähne: Am Montag begannen wie angekündigt flächendeckende Streiks bei der Tochter Postbank, um im Tarifstreit für rund 12.000 Mitarbeiter einen langfristigen Kündigungsschutz durchzusetzen - besonders im Fall eines Verkaufs.

Etliche Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen blieben für zunächst drei Tage geschlossen, sagte ein Verdi-Sprecher. Im Laufe der Woche sollen auch Berlin und der Westen der Republik folgen. Die Tarifverhandlungen laufen schon länger, das Thema Kündigungsschutz hat nun aber durch die Strategiedebatte im Mutterkonzern zusätzliche Dynamik entfaltet.

Die Postbank erklärte, Kunden müssten sich auf Einschränkungen bei Bank- und Postgeschäften einstellen. Eine schnelle Einigung ist nicht in Sicht. Mehrere Verhandlungsrunden und ein Spitzengespräch hatten zuletzt keine Annäherung gebracht.

Seit 2010 gehört die Postbank mehrheitlich zur Deutschen Bank, die damit in der Finanzkrise ihr Geschäftsmodell besser ausbalancierte. Inzwischen tüftelt Deutschlands größtes Geldhaus jedoch an einer neuen Strategie, die Finanzkreisen zufolge wegen der strengeren Regulierung mit einer deutlichen Schrumpfkur verbunden sein wird.

Verdi soll Verkauf zugestimmt haben

So oder so dürfte die Postbank künftig nicht mehr zum Konzern gehören, denn im Gespräch waren Finanzkreisen zufolge zuletzt nur noch zwei Modelle: Entweder eine Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts der Marken Deutsche Bank und Postbank oder eine Trennung nur von der Postbank.

Im Aufsichtsrat und insbesondere bei den Arbeitnehmervertretern hatte lange Zeit die erste, radikalere Variante großen Zuspruch gefunden, weil mit der Schaffung einer eigenen Privatkundenbank wohl die wenigsten Jobs wegfallen würden. Doch inzwischen gilt ein Abstoßen nur der Postbank - etwa über einen Börsengang - als das wahrscheinlichste Szenario. Der Vorstand konnte Insidern zufolge Verdi auf den letzten Metern für diese Variante gewinnen - unter der Maßgabe, dass der Rotstift vor allem in den blauen Filialen, also bei der Deutschen Bank selbst, angesetzt wird und die Postbank weitgehend verschont bleibt.

Viele Details sind aber noch offen. Die finale Entscheidung wird in einer Aufsichtsratssitzung an diesem Freitag erwartet. Aber selbst im "kleinen" Abspaltungsmodell, in dem die Bonner Postbank-Zentrale und das umfangreiche Filialnetz mehr oder weniger erhalten bleiben sollen, dringt Verdi weiter auf größtmögliche Sicherheit für die 9.500 Beschäftigten des Filialvertriebs sowie die 2.700 Mitarbeiter von Postbank AG, Firmenkunden AG und der BHW-Gruppe.

Die Gehaltsforderungen sind dabei in den Hintergrund getreten. Ein Großteil der insgesamt 18.000 Postbank-Beschäftigten sind allerdings ohnehin Beamte und damit unkündbar. Die Postbank hat wiederholt erklärt, ein genereller Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sei angesichts des anhaltenden Drucks auf die Margen sowie des Strukturwandels in der Branche nicht umsetzbar.

Quelle: ntv.de, mbo/rts

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