Wirtschaft

4000 Euro bei Neukauf garantiert Prämie für E-Autos steht vor Verlängerung

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Die Kaufprämie in Höhe von 4000 Euro für E-Autos wurde 2016 befristet für drei Jahre eingeführt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einem Medienbericht zufolge plant die Bundesregierung, den "Umweltbonus" für den Neukauf eines Elektro-Autos über das Fristende 2019 hinaus weiterlaufen zu lassen. Denn noch ist das dafür veranschlagte Fördergeld bei weitem nicht aufgebraucht.

Das Bundeswirtschaftsministerium will den im Juni auslaufenden Zuschuss in Höhe von 4000 Euro beim Neukauf eines Elektro-Autos bis Ende 2020 verlängern. Dies sieht der Entwurf einer Richtlinie vor, der nach Angaben aus Regierungskreisen vom Ministerium zur Abstimmung an die anderen Ressorts verschickt wurde.

In dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Papier wird die im Juni 2016 als "Umweltbonus" eingeführte Kaufprämie nahezu unverändert bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Neu hinzu kommt, dass auch die Anschaffung eines akustischen Zusatzsystems gefördert werden soll. Dies wird damit begründet, dass E-Fahrzeuge insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen schwer wahrnehmbar seien.

Das Wirtschaftsministerium wollte auf Anfrage dazu keine Stellung nehmen und verwies auf eine frühere Aussage, dass das Ministerium in Kürze mitteilen werde, wie mit dem Förderprogramm weiter verfahren werde.

Die Kaufprämie in Höhe von 4000 Euro für E-Autos und 3000 Euro für Hybrid-Fahrzeuge war 2016 befristet für drei Jahre eingeführt worden. Bund und Autobauer teilen sich je zur Hälfte die Finanzierung. Das dafür vorgesehene Geld in Höhe von 1,2 Milliarden Euro wurde bisher jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft. Nach Reuters vorliegenden Berechnungen der Wissenschaftler Christian Hutter und Enzo Weber dürfte sich die beantragte Fördersumme bis Ende Juni auf weniger als 500 Millionen Euro belaufen. Bei unveränderter Fortschreibung des Programms wäre das Geld ihren Berechnungen zufolge voraussichtlich im Dezember 2020 aufgebraucht.

Studie bringt E-Auto in Verruf

Unterdessen verteidigte das Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt die Klimabilanz von Elektroautos. Sie verwiesen auf eine aktuelle, umfassende Studie des Heidelberger ifeu-Instituts für die Agora-Energiewende-Initiative, die zu einem positiven Ergebnis kommt. Danach ist die CO2-Bilanz eines Batterieautos in Deutschland bei einem Strommix wie im Jahr 2016 drei Prozent besser als die eines Dieselautos und 12 Prozent besser als die eines Benziners. Vor allem Stadtautos mit kleinem Akku seien weniger klimabelastend als Verbrenner.

Nach einer Studie des Kölner Physikprofessors Christoph Buchal und des früheren ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn hingegen belastet ein E-Auto das Klima um 11 bis 28 Prozent mehr als ein Dieselauto. Entscheidend bei der Rechnung sind der CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Batterien, der Strommix sowie Fahrleistung und Nutzungsdauer des Autos. Unterschiedliche Ergebnisse seien zum großen Teil auf unterschiedliche Rahmenbedingungen zurückzuführen - und "bisher liegen nur wenige öffentliche Primärdaten über Batteriematerialien und Herstellung vor", erklärten die Heidelberger Forscher.

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Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

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