Wirtschaft

Halbjahresbilanz aus Essen RWE verdient im Kerngeschäft weniger

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Fossile Energiequelle aus dem Boden: Im Rheinischen Braunkohlerevier kontrolliert ein RWE-Mitarbeiter die Arbeiten im Tagebau Garzweiler.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutschlands Energieversorger erleben eine Phase der Umbrüche. Bei RWE wirken sich die Großhandelspreise für Strom und der Atomausstieg negativ auf das Geschäftsergebnis aus. Kurz vor dem Innogy-Deal mit Eon warnt RWE vor fixen Braunkohle-Terminen.

Der Energiekonzern RWE hat im ersten Halbjahr aufgrund einer weniger profitablen konventionellen Stromerzeugung sowie durch Einbußen bei Braunkohle und Kernenergie weniger verdient als vor Jahresfrist. Vor diesem Hintergrund warnte das Essener Dax-Unternehmen die Politik vor einem voreiligen Ausstieg aus der Kohleverstromung.

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Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei im ersten Halbjahr bezogen auf die Kennziffer "RWE stand alone" auf 1,1 Milliarden Euro geschrumpft, teilte RWE mit. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte RWE hier noch einen Ebitda-Gewinn von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Der Rückgang lag im Rahmen der Analysten-Erwartungen.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz verwies auf die niedrigeren Strom-Großhandelspreise und eine geringere Produktion im Bereich der Kernenergie. An der Prognose für das Gesamtjahr und am Dividendenausblick will er dennoch festhalten. RWE werde nach dem eigenen Fahrplan bis 2030 seine CO2-Emissionen im Vergleich zu 2015 um bis zu 50 Prozent verringern, betonte Schmitz.

Die Geschwindigkeit eines Kohleausstiegs in Deutschland hänge vom zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Netze ab,  erklärte er. "Die symbolische Festlegung eines Abschlussdatums wird demnach der Komplexität der Aufgabe kaum gerecht. Ferner dürfen weitere Eingriffe in den Markt, die zu steigenden Strompreisen führen, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nicht beeinträchtigen."

Innogy-Deal mit Eon kommt voran

Hintergrund des RWE-Appels sind Pläne aus Berlin: Eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission soll bis Ende des Jahres einen verbindlichen Fahrplan für den Kohleausstieg festlegen. RWE verdiente in der Stromerzeugung aus Braunkohle und der 2022 auslaufenden Kernenergie im Halbjahr operativ nur noch 167 Millionen Euro nach 401 Millionen im Vorjahreszeitraum. Hier schlugen die Stilllegung des AKW-Blocks Gundremmingen und die niedrigere Produktion aufgrund von Wartungsarbeiten durch.

Das Ergebnis der Gas- und Steinkohlekraftwerke lag hingegen nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Wegen der bevorstehenden Übernahme der Tochter Innogy durch Eon stellt RWE derzeit seine Finanzberichterstattung um. Die von RWE nun für die Konzernsteuerung hervorgehobene Kennziffer "RWE stand alone" umfasst die Kerngeschäftsfelder Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel sowie die Dividende der Tochter Innogy. Diejenigen Teile von Innogy, die auf den Konkurrenten Eon übergehen, weist der Konzern bis zum Verkauf als "nicht fortgeführtes Geschäft" aus.

Zusammen mit Eon will RWE den einstigen RWE-Ableger Innogy im kommenden Jahr zerschlagen. Eon soll das Vertriebs- und Netzgeschäft von Innogy übernehmen, RWE bekommt die gebündelten Ökostromgeschäfte von Innogy und Eon. Zudem soll RWE ein Paket von knapp 17 Prozent an Eon übernehmen. Die Transaktion gehe gut voran, sagte Schmitz.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/rts

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