Wirtschaft

Schwerer Kampf gegen die Krise RWE wird umgebaut

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE beschließt angesichts wegbrechender Gewinne eine tiefgreifende Umstrukturierung. Die Struktur der Firma werde drastisch vereinfacht, teilt das Dax-Unternehmen mit.

RWE will mit einem Umbau den Weg aus der Krise schaffen: Der Energiekonzern stärkt die Zentrale und löst Tochtergesellschaften auf. Der Aufsichtsrat hat einem entsprechenden Konzept der Konzernführung zugestimmt. Im Zuge des Umbauprogramms mit dem Namen "Parent" erweitert das Dax-Unternehmen auch seinen Vorstand von derzeit vier auf sieben Posten.

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Mit der neuen Struktur will Konzernchef Peter Terium Bürokratie abbauen und effizienter werden. Der Konzern wandelt die RWE AG von einer Holding in eine operative Gesellschaft um, in der die deutschen RWE-Gesellschaften weitgehend gebündelt werden. Das trifft vor allem auf das Vertriebs- und Netzgeschäft zu.

So radikal wie bei dem Konkurrenten Eon, der eine Abspaltung des konventionellen Geschäfts beschlossen hat, fallen die Umbaupläne bei RWE nicht aus. Allerdings macht Terium den Weg für einen solchen Schritt frei: Die Kraftwerkssparte bleibt weiterhin eigenständig und wird nicht in die RWE AG integriert. Gleiches gilt für die Erneuerbaren-Sparte Innogy.

"Schneller und wendiger"

Mit dem Umbau des Konzerns ist auch eine Erweiterung des Vorstands verbunden. Bisher stehen an der RWE-Spitze Konzernchef Terium, sein Stellvertreter Rolf Martin Schmitz, Finanzvorstand Bernhard Günther und Personalvorstand Uwe Tigges. Künftig sollen vier Vorstandsposten für Netze, Vertrieb, erneuerbare Energien und konventionelle Erzeugung geschaffen werden. Der Posten des Chief Operating Officer, den Schmitz derzeit innehat, soll wegfallen.

Zudem entfallen die Vorstandsgremien und Geschäftsführungen der integrierten Gesellschaften. Über die konkrete Umsetzung will RWE in den kommenden Monaten entscheiden. Betroffen sind vor allem die 100-prozentigen Tochtergesellschaften: Dort fallen sieben der bisher zehn Aufsichtsratsgremien weg. Die Änderungen sollen bis zum 1. Januar 2017 umgesetzt werden.

"Die neue RWE AG wird schneller und wendiger sein - so wie die tiefgreifenden Veränderungen des Energiemarktes es verlangen. Was wir nun dringender denn je brauchen, ist ein starker operativer Kern des Konzerns", zitierte RWE seinen Vorstandschef Terium.
RWE leidet wie andere Energieunternehmen unter der Konkurrenz durch Ökostrom und verdient mit seinen konventionellen Kraftwerken immer weniger Geld. Das dürfte sich bei der Vorlage der Ergebnisse für das erste Halbjahr am Donnerstag erneut zeigen: Analysten rechnen damit, dass die Gewinne des Konzerns deutlich gesunken sind.

Quelle: ntv.de, wne/DJ