Wirtschaft

Bei Corona-Staatshilfen Regierung will Managergehälter kürzen

Konzernchef Fritz Joussen.

Bald gibt es etwas weniger Geld für TUI-Chef Joussen und seine Vorstandskollegen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Viele Angestellte und Soloselbstständige stürzt die Corona-Pandemie in finanzielles Elend. Die Bundesregierung will nun, dass auch Manager von Unternehmen, die Staatshilfen bekommen, ihren Beitrag leisten. Es gibt bereits einen Präzedenzfall.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Vorstände von Unternehmen, die Staatshilfen wegen der Corona-Krise erhalten, auf Teile ihres Gehalts verzichten. "Mir ist wichtig, dass in Notsituationen auch Vorstände und leitende Angestellte einen Beitrag leisten, insbesondere bei den Bonuszahlungen", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die konkrete Ausgestaltung werde im Einzelfall besprochen.

Der CDU-Politiker verwies auf einen ersten Präzedenzfall. "Wir haben gerade einen Kredit für ein großes Unternehmen der Reisebranche beschlossen und sind entsprechend verfahren." Dabei handelt es sich um den Reisekonzern TUI, wie das Unternehmen am Freitag selbst mitgeteilt hatte. Demnach müssen TUI-Chef Friedrich Joussen und seine Vorstandskollegen finanzielle Einbußen hinnehmen.

Der Reiseveranstalter erhält 1,8 Milliarden Euro von der staatlichen Förderbank KfW. Ähnlich war die Bundesregierung schon in der Finanzkrise 2008 verfahren. Damals hatte der Rettungsschirm Soffin die Managergehälter bei Banken, die staatliche Hilfen in Anspruch nahmen, auf 500.000 Euro im Jahr gedeckelt.

Quelle: ntv.de, ghö/AFP