"Handels-Bazooka" gegen die USA?Reiche: Sollten Trump nicht drohen, weil wir nicht gewinnen können

Im Streit um Grönland droht US-Präsident Trump einigen Ländern neue Zölle an. Deutschland sollte sich davon nicht beeindrucken lassen, sagt Wirtschaftsministerin Reiche. Die EU müsse eine Strategie entwickeln. Am Ende gebe es aber nur einen Sieger.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche warnt vor einer öffentlichen Debatte über harte Gegenmaßnahmen der EU wegen der Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt. Die CDU-Politikerin sagte dem Portal "The Pioneer", es sei ein geschlossenes und abgestimmtes europäisches Verhalten notwendig. "Drohungen scheinen mir fehl am Platz, denn wir gewinnen einen eskalierenden Handelskonflikt mit den USA nicht."
Trump könne Zölle einseitig gegen EU-Mitgliedstaaten erheben, so Reiche. "Aber Europa ist so organisiert, dass es eine abgestimmte europäische Handels- und damit auch Zollpolitik braucht. Und die muss man entwickeln." Die einzelnen Mitgliedstaaten hätten sehr unterschiedliche Interessen.
Reiche sagte, sie finde die Initiative der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni unterstützenswert. Meloni habe angeboten, die europäische Position stützend, vermittelnd auf die Vereinigten Staaten zuzugehen. Italien ist von den aktuellen Zolldrohungen Trumps nicht betroffen.
Trump hatte angekündigt, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen Nato-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Zolldrohungen kritisiert, sich aber mit der Ankündigung von Gegenmaßnahmen zurückgehalten. Anders als Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verzichtete Merz darauf, das EU-Gesetz zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung - die sogenannte Handels-Bazooka - als Gegenmaßnahme ins Spiel zu bringen.