Wirtschaft

Massive Senkung der Produktion Russland gibt wohl im Öl-Streit mit Riad nach

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Die Ölraffinerie in Tuapse bei Krasnodar existiert bereits seit 1929.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Seit einigen Wochen kämpfen Russland und Saudi-Arabien um Anteile auf dem Ölmarkt. Nun zeigt die Ölschwemme offenbar Wirkung: Moskau hält die niedrigen Preise nicht länger durch. Saudi-Arabien will aber auch andere große Produzenten der Welt um starke Förderkürzungen bitten.

Russland ist wegen der schwachen Nachfrage im Zuge der Coronavirus-Pandemie anscheinend bereit, seine Ölproduktion sehr deutlich zu senken. Mit diesem Schritt könnten die schwachen Ölmärkte gestützt werden, sagen zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Rohöl (Brent)
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Wie stark die Drosselung ausfallen soll, ist nicht bekannt. Berechnungen legen nahe, dass eine Senkung der globalen Fördermenge um zehn Millionen Barrel pro Tag (Fass zu je 159 Liter) möglicherweise nicht ausreichen könnte, um die Märkte zu stabilisieren. Beim russischen Energieministerium ist bislang keine Stellungnahme zu erhalten.

Russland und das von Saudi-Arabien angeführte Ölkartell Opec liefern sich seit einigen Wochen einen Preiskrieg um Marktanteile. Als Folge ist der Ölpreis eingebrochen, zusätzlich bedingt durch die geringere Nachfrage im Zuge der Coronavirus-Pandemie. Am Donnerstag wollen beide Parteien ihre Verhandlungen in dem Streit virtuell fortsetzen. Zu den Gesprächen sind demnach auch nordamerikanische Produzenten, Norwegen, Großbritannien und Brasilien eingeladen.

Bei dem Treffen wollen die Opec-Staaten dem Vernehmen nach nicht nur Russland, sondern auch andere Rohölproduzenten um Förderkürzungen bitten. Ihr Argument: Ohne einen Konsens wird es nur wenige Orte geben, an denen das gesamte ungenutzte Öl gelagert werden kann. Demnach suchen Ölhändler bereits in entlegenen Ecken der Welt wie Marokko, Malta und der Karibik nach Lagermöglichkeiten.

Da die derzeit niedrigen Ölpreise vor allem amerikanische Produzenten mit ihren vergleichsweise hohen Förderkosten in Bedrängnis bringen, hat US-Präsident Donald Trump außerdem mit Importzöllen auf Öl gedroht.

Quelle: ntv.de, chr/rts/DJ

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