Wirtschaft

Lufthansa und Condor im Visier Ryanair startet Klagewelle wegen Staatshilfen

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Michael O'Leary ist auf dem deutschen Markt nicht so erfolgreich wie er sich das erhofft hatte.

(Foto: REUTERS)

Ryanair-Chef O'Leary macht Ernst: Beim Gerichtshof der EU reicht er insgesamt elf Verfahren gegen staatliche Corona-Hilfen für die Luftfahrt ein. Weitere sollen in Vorbereitung sein. Dass der streitbare Ire vor allem auf Condor und Lufthansa abzielt, ist kein Zufall.

Der irische Billigflieger Ryanair klagt vor dem Gerichtshof der EU gegen staatliche Corona-Hilfen für Fluglinien. Zu den Verfahren gehören die Hilfen für die Lufthansa und Condor sowie ein Kredit für die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian Airlines. Das bestätigte Ryanair der "Wirtschaftswoche".

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"Wir haben bereits im November Rechtsmittel eingelegt gegen die staatlich garantieren Kredite für Condor", erklärte Ryanair. "Wir bereiten gegenwärtig ein Verfahren gegen die Hilfe für die Lufthansa vor." Neben diesen drei Verfahren nannte Ryanair noch neun weitere Klagen. Sie betreffen Kredite oder Garantien für die Lufthansa-Partnerlinien TAP aus Portugal und die skandinavische SAS.

Weitere Verfahren betreffen Finnair und Air-France-KLM. Dabei klagt Ryanair formell nicht direkt gegen die Hilfen, sondern gegen deren Genehmigung durch die EU-Kommission. Ryanair-Chef Michael O'Leary erspart sich so den teuren Gang vor die nationalen Gerichte.

Ryanair tut sich in Deutschland schwer

Dass er mit den Klagen vor allem auf Deutschland sowie Condor und Lufthansa abzielt, ist kein Zufall. Den überzeugten Marktwirtschaftler ärgert zum einen, dass die Bundesrepublik aus seiner Sicht in Sachen Wettbewerb mit zweierlei Maß misst. Es sei "zutiefst ironisch, dass die deutsche Regierung, die alle anderen EU-Länder über die Einhaltung der EU-Vorschriften belehrt, keine Hemmung hat, die Vorschriften über staatliche Beihilfen zu brechen, wenn es um die Lufthansa geht", ätzte er einmal im Interview.

Zum anderen ist Ryanair in Deutschland auch nicht so erfolgreich gewesen wie die das Management sich das erhofft hatte. Konkurrent Easyjet schlägt sich mit den von Air Berlin übernommenen Teilen besser als O'Leary mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Laudamotion. Außerdem greift die deutsche Kundschaft bei den Sonderangeboten von Lufthansa und Condor offenbar lieber zu als bei denen der irischen Billigairline.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ