Wirtschaft

Spitzentreffen zu Griechenland Schäuble will IWF im Rettungsboot halten

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Schäuble weiß:Eine IWF-Beteiligung würde dem dritten Rettungspaket die dringend benötigte Legitimität verschaffen.

picture alliance / dpa

Bundesfinanzminister Schäuble hätte bei den Griechenland-Hilfen gern den Internationalen Währungsfonds mit an Bord. Doch dieser fordert zu Schäubles Verdruss Schuldenerleichterungen für Athen. In Berlin wollen die Eurofinanzminister den IWF überzeugen.

Im Ringen um die Auszahlung weiterer Kredite an Griechenland wollen sich nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" mehrere Euro-Finanzminister in Berlin mit Vertretern des Internationalen Währungsfonds (IWF) treffen. Die Zeitung berichtet, die Minister aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden würden mit den IWF-Vertretern darüber beraten, wie sich der Währungsfonds doch noch finanziell am laufenden dritten Kreditprogramm für Griechenland beteiligen könnte.

Das Bundesfinanzministerium bestätigte das Treffen nicht. Laut "SZ" sollen auch Vertreter der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) an dem Treffen teilnehmen.

Die EU-Kommission und die EZB gehören neben dem IWF zu den größten Gläubigern Griechenlands. Sie haben insgesamt drei Hilfspakete auf den Weg gebracht, um das Euro-Land vor dem Staatsbankrott zu retten. Am laufenden dritten Kreditprogramm ist der IWF bislang aber nicht finanziell beteiligt.

Athen und die Euro-Länder hatten sich im Juli 2015 auf das dritte Hilfspaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro verständigt, davon wurden bislang knapp 32 Milliarden Euro ausgezahlt. Die griechische Regierung muss vor jeder Auszahlung einer neuen Kredittranche die Umsetzung der vereinbarten Sparziele nachweisen.

IWF-Entscheidung könnte dauern

Der IWF hatte Schuldenerleichterungen für Griechenland zur Bedingung für seine Beteiligung an weiteren Kredite gemacht. Diese Forderung wies vor allem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble stets zurück. Schäuble dringt zugleich darauf, den IWF an Bord zu holen.

Um der Institution entgegen zu kommen, hatten die Euro-Finanzminister Athen im Mai weitere Schuldenerleichterungen zugesagt. Dabei geht es allerdings nicht um einen teilweisen Schuldenerlass, sondern zunächst soll über ein besseres Schuldenmanagement die Zinsbelastung Athens gesenkt werden.

Der IWF wollte bis zum Jahresende entscheiden, ob er sich am dritten Hilfsprogramm noch beteiligt. Der "Spiegel" berichtete allerdings kürzlich, dass der IWF nun frühestens im Januar einen Beschluss fassen wolle. Demnach soll noch ein Treffen der Euro-Finanzminister im Dezember abgewartet werden.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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