Wirtschaft

Umweltpapiere kommen 2020 Scholz plant "grüne Bundesanleihen"

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Passen Finanzbranche und Umweltschutz zusammen? Bei den neuen "grünen Anleihen" der Bundesregierung soll das eingesetzte Geld der Anleger nur in nachhaltige Produkte fließen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wieder ein Feld, in dem Deutschland als Nachzügler gilt: Der Markt für "grüne Anleihen" wächst weltweit, doch bisher hielt sich die Bundesregierung zurück. Nun berichten Insider, dass Finanzminister Scholz staatliche Umweltanleihen für die zweite Hälfte 2020 plant. Das Geld soll nur in nachhaltige Projekte fließen.

Die Bundesregierung will in der zweiten Jahreshälfte 2020 erstmals in den boomenden Markt für "grüne Anleihen" einsteigen. Das Emissionsvolumen soll sich "im hohen einstelligen oder im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich" bewegen, sagten mehrere mit den Planungen des Finanzministeriums vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die mit dem Schuldenmanagement des Bundes beauftrage Finanzagentur dürfte die Pläne in ihrem neuen Emissionskalender veröffentlichen, der an diesem Donnerstag vorgestellt werden soll. Das Ministerium wollte sich auf Nachfrage dazu nicht äußern.

Bislang gilt Deutschland als Nachzügler in Sachen nachhaltige Anleihen. Länder wie Frankreich und Dänemark, aber auch Unternehmen werfen solche Papiere schon länger auf den Mark. Investoren achten verstärkt darauf, dass bei ihren Anlagen Kriterien wie Umwelt- und Klimaschutz sowie Nachhaltigkeit erfüllt werden. Der Bedarf an "Green Bonds" ist deshalb weltweit gestiegen. In diesem Jahr soll der Markt dafür global etwa 250 Milliarden Dollar groß sein.

Weitere Details zu den neuen Anleihen waren zunächst nicht bekannt, doch bereits Ende Oktober hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz angekündigt, künftig verstärkt Umweltanleihen an den Markt zu bringen. "Von nächstem Jahr an wollen wir auch solche Anleihen ausgeben, die ausschließlich in nachhaltige Projekte investiert werden, die etwa gut für das Klima sind. Die werden genauso verzinst wie die klassischen Bundesanleihen, sind aber öko", sagte der SPD-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". Allerdings sollten die grünen Bundesanleihen den Käufern keinen höheren Zinssatz garantieren. Er lehne dies als "schlechtes Geschäft für die Steuerzahler" ab, argumentierte Scholz gegenüber dem Blatt.

Konkret plant das Finanzministerium laut Mitteilung vom Oktober Zwillingsanleihen - also eine bewährte Anleihe und parallel dazu ein Umweltpapier mit gleicher Laufzeit und Nominalverzinsung. Das Angebot soll dabei kurze und auch lange Laufzeiten abdecken und damit möglichst viele Investoren ansprechen, auch Pensionsfonds oder Versicherungen. "Der Bundesfinanzminister erwartet von der Umweltanleihe auch einen Impuls für den nachhaltigen Anleihenmarkt insgesamt", hieß es in der Mitteilung des Ministeriums.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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