Wirtschaft

Verband fordert Öffnung Schwarzarbeit bei Friseuren "echtes Problem"

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Mitte Dezember mussten die 80.000 Friseursalons in Deutschland schließen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die rund 240.000 Friseure in Deutschland dürfen derzeit nicht ihrer Arbeit nachgehen. Weil der finanzielle Druck oft groß ist, tun es manche trotz Lockdown. Für den Zentralverband des Friseurhandwerks ist es höchste Zeit, die Betriebe wieder öffnen zu lassen. Auch die Kosmetikbranche sieht sich "am Abgrund".

Friseurinnen und Friseure schlagen Alarm angesichts des wochenlangen Lockdowns. "Für die Inhaber der 80.000 Salons ist die wirtschaftliche Situation zum Teil dramatisch", sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller, vor den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer forderte einen klar nachvollziehbaren und epidemiologisch vertretbaren Öffnungsplan. Es gehe um das schiere Überleben sehr vieler Betriebe.

"Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Pandemie-Bekämpfung ist die Schwarzarbeit in unserem Handwerk zwischenzeitlich zu einem wohl echten Problem geworden", sagte Müller. Der Zentralverband betone deshalb mit Nachdruck, dass Friseurdienstleistungen nur in professionellen Salons sicher sein könnten. Die Friseursalons mussten Mitte Dezember schließen. Die Stimmung sei überaus angespannt, so Müller. "Die 240.000 Friseure hoffen natürlich auf den Re-Start des Friseurhandwerks zum 15. Februar."

Auch die Kosmetikbranche fordert ein Ende der Schließung. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer ruft sie eindringlich dazu auf, die Kosmetikinstitute wieder öffnen zu lassen. "Nach insgesamt knapp 6 Monaten Schließung steht eine ganze Branche am Abgrund", heißt es in dem Schreiben des Branchenverbandes VCP, das in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige veröffentlicht wird. "Über 50.000 professionelle Kosmetikinstitute bzw. Nagelstudios mit fast 200.000 Beschäftigten bangen um ihre Existenz." In "vergleichbaren" Ländern seien solche Einrichtungen "mit sinnvollen Einschränkungen" weiterhin geöffnet.

Branchen droht Pleitewelle

Handwerkspräsident Wollseifer sagte: "Damit Betriebe planen können und eine Perspektive erhalten, sollte endlich ein bundesweites Ampel-System für Corona-Entscheidungen nach regionaler Inzidenz in Kraft treten." Ein Öffnungsplan müsse eindeutige Voraussetzungen festlegen, unter denen Betriebe wieder arbeiten könnten. "Wir fordern die schnellstmögliche Öffnung besonders der direkt von Schließungen betroffenen Handwerksbetriebe, die mit ausgeklügelten Hygienekonzepten ihrer epidemiologischen Verantwortung in jedem Fall Rechnung tragen."

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Außerdem müssten, wie von der Politik versprochen, Liquiditätshilfen deutlich schneller ausgezahlt werden, damit die Betriebe die akute Lockdown-Phase überhaupt überstehen. "Wenn das nicht passiert, droht eine Pleitewelle in vielen Gewerken des Handwerks wie bei Friseuren, Kosmetikern, Messebauern und anderen." Bei einem großen Teil der Betriebe sei bisher nicht ein einziger Euro der versprochenen Hilfsgelder angekommen. Der zweite Lockdown habe viele Betriebe bis ins Mark erschüttert, Reserven seien aufgezehrt, teils sei bereits die eigene private Altersvorsorge eingesetzt worden.

Gebildet hat sich nach Angaben der Firma Wild Beauty inzwischen eine Bewegung "Friseure in Not". In allen Bundesländern hätten Friseure Eilanträge bei den Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten eingereicht, um gerichtlich überprüfen zu lassen, ob die Schließung der Friseursalons rechtlich einwandfrei ist.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/rts

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