Plus für deutsche Speicher offenSefe schließt LNG-Liefervertrag mit Kanada

Eine frühere deutsche Gazprom-Tochter, die mittlerweile dem Bund gehört, vereinbart mit einem kanadischen Gasexporteur die Lieferung von jährlich einer Million Tonnen Flüssiggas. Ob das die deutsche Gasspeicher-Situation entlasten wird, ist unklar.
Der bundeseigene Gasimporteur Securing Energy for Europe (Sefe) hat einen langfristigen Liefervertrag für Flüssigerdgas (LNG) aus Kanada geschlossen. Mit Ksi Lisims LNG vereinbarte das Unternehmen den Bezug von jährlich einer Million Tonnen LNG über 20 Jahre, wie Sefe mitteilte. Die ersten Lieferungen werden Anfang der 2030er Jahre erwartet. Die Mengen sind nicht an bestimmte Lieferorte gebunden - Sefe könnte das Flüssiggas also auch international vermarkten. Somit ist nicht klar, ob das LNG in Zukunft nach Deutschland gelangt.
Das LNG soll aus einem bisher noch nicht realisierten Projekt im Nordwesten der kanadischen Provinz British Columbia kommen. Auf der dortigen Insel Pearse Island sollen nach Angaben von Ksi Lisims LNG 12 Millionen Tonnen Flüssigerdgas pro Jahr gefördert werden. Dafür sind zwei schwimmende Produktions- und Speichereinrichtungen vorgesehen.
Mit dem Vertrag baut Sefe sein global diversifiziertes LNG-Portfolio weiter aus. Es ist die erste Lieferpartnerschaft des Unternehmens mit Kanada. Im März unterzeichnete das Unternehmen einen Liefervertrag mit der argentinischen Firma Southern Energy über zwei Millionen Tonnen LNG pro Jahr mit einer Laufzeit von acht Jahren.
Sefe hieß früher Gazprom Germania, war eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom und wurde als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der Energiekrise in Deutschland verstaatlicht. Es besitzt den größten deutschen Gasspeicher und ist somit ein relevanter Teil der Debatte um die niedrigen Füllstände deutscher Gasspeicher. Seit Anfang Oktober läuft in der Bundesregierung der Prozess zur möglicherweise milliardenschweren Privatisierung von Sefe. Aktuell sucht das Wirtschaftsministerium noch die passende juristische Beratung.