Wirtschaft

Eine Million Tonnen pro JahrSefe sichert sich LNG aus Kanada - Vereinbarung über 20 Jahre

27.05.2026, 18:04 Uhr
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Von der Provinz British Columbia wird das Flüssigerdgas verschifft. (Foto: picture alliance / empics)

Deutschland sichert sich seinen Energiebedarf bei weiteren Lieferanten. Die verstaatlichte frühere Gazprom-Tochter Sefe schließt dazu einen Deal mit einer langen Laufzeit mit Kanada. Das Volumen erhöht rechnerisch den derzeitigen LNG-Bezug um ein Siebtel.

Der deutsche Energiekonzern Sefe will mit Flüssigerdgas (LNG) aus Kanada seine Bezugsquellen ausbauen. Die 2022 verstaatlichte frühere Gazprom-Tochter habe mit dem kanadischen Unternehmen Ksi Lisims LNG eine Absichtserklärung unterzeichnet, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Demnach sollen ab Anfang der 2030er-Jahre jährlich eine Million Tonnen über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren geliefert werden. Im vergangenen Jahr hat Deutschland nach Angaben der Bundesnetzagentur insgesamt knapp 105.700 Terrawattstunden LNG importiert. Das entspricht einer Menge von mehr als sieben Tonnen. Für diese Menge werden durchschnittlich bis zu 100 Tanker benötigt.

Die Vereinbarung sei Ausdruck einer strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und Kanada, sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die Vereinbarung sei die erste dieser Art für Sefe mit einem kanadischen Lieferanten. Das Projekt vor der Nordwestküste Kanadas gelte als besonders emissionsarm, da es mit Strom aus erneuerbarer Wasserkraft betrieben werde.

Das geplante schwimmende Exportterminal Ksi Lisims an der Küste der Provinz British Columbia soll eine Kapazität von zwölf Millionen Tonnen LNG pro Jahr haben und wäre damit die zweitgrößte Exportanlage Kanadas. Auch Konzerne wie Shell und TotalEnergies haben bereits 20-jährige Verträge mit Ksi Lisims geschlossen.

Das Abkommen dürfte als großer Erfolg für Premierminister Mark Carney gewertet werden. Er ist seit seiner Ernennung zum Regierungschef im vergangenen Jahr im Ausland unterwegs, um Investitionen in Kanada zu fördern und von den umfangreichen Öl- und Gasreserven des Landes zu profitieren.

Sefe (Securing Energy for Europe) war 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine für 6,3 Milliarden Euro vom Bund verstaatlicht worden, nachdem sich die frühere russische Muttergesellschaft Gazprom zurückgezogen hatte. Ähnlich wie Uniper soll das Unternehmen die deutsche Energieversorgung breiter aufstellen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ

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