Wirtschaft

Enger Putin-Vertrauter Setschin bleibt Chef von Ölriese Rosneft

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Der ehemalige Bundeskanzler und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende von Rosneft, Gerhard Schröder, gemeinsam mit Igor Setschin.

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Igor Setschin gilt als einer der mächtigsten Männer Russlands mit besten Kreml-Kontakten. Der russische Staatskonzern Rosneft bestätigt ihn für weitere fünf Jahre als Geschäftsführer. Er soll den Ölriesen aus den roten Zahlen bringen.

Igor Setschin, enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, ist als Chef des staatlichen Ölkonzerns Rosneft bestätigt worden. Er werde auch in den kommenden fünf Jahren als geschäftsführender Direktor den größten russischen Ölproduzenten leiten, teilte Rosneft der Staatsagentur Tass zufolge mit. Der 59-Jährige führt den Konzern in dieser Funktion seit 2012; zuvor arbeitete er auch als Kremlberater und war Vize-Regierungschef.

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Die EU verhängte 2014 wegen des Ukraine-Konflikts Sanktionen gegen zahlreiche russische Unternehmen. Rosneft darf demnach keine Spezialtechnik und Dienstleistungen zur Ölförderung aus dem Ausland beziehen und ist von langfristigen Krediten ausgeschlossen. Aufsichtsratsvorsitzender des Ölriesen ist Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Auch der Chef der Gazprom-Tochter Nord Stream 2, der Deutsche Matthias Warnig, sitzt in dem Gremium.

Zuletzt ist Rosneft nach ungünstigen Wechselkurseffekten im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Der russische Ölriese mit Börsennotierung in London verbuchte einen Nettoverlust von 156 Milliarden Rubel (1,97 Milliarden Euro), verglichen mit einem Nettogewinn von 131 Milliarden Rubel für das erste Quartal 2019.

Laut Unternehmen ist dies überwiegend hauptsächlich auf einen Wechselkursverlust von 177 Milliarden Rubel zurückzuführen, der als Folge der Rubel-Abwertung und die Neubewertung von Finanzverbindlichkeiten in Fremdwährung entstand. Wegen rückläufiger Rohölpreise sank der Umsatz um gut 300 Milliarden auf 1,765 Billionen Rubel.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/DJ