Wirtschaft

Deutsche-Bank-Chef exklusiv Sewing: Keine Minuszinsen für Privatkunden

Kurz vor Jahresende wirbt die Deutsche Bank um das Vertrauen ihrer Anleger und Kunden. Das größte deutsche Geldhaus liege bei der Transformation im Plan, sagt der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing n-tv. Mögliche Strafzinsen für normale Sparer seien kein Thema.

Die Deutsche Bank sieht sich beim Umbau im Plan und bestätigt die mittelfristigen Ziele. "Die Transformation läuft genauso, wie wir es uns vorgestellt haben. Und das in einem schon herausfordernden Umfeld. Von daher sind wir sehr zufrieden," sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing im n-tv Interview.

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Das Renditeziel bis 2022 sei vor allem angesichts des Zinsumfeldes "ehrgeiziger" geworden, teilte die Bank anlässlich ihres Investorentags mit. Dem durch das Niedrigzinsumfeld verursachten Druck auf die Rendite will das Geldhaus mit einer Reihe von Maßnahmen entgegenwirken, unter anderem will sie Negativzinsen "selektiv" an Kunden weitergeben.

Strafzinsen für Privatkunden schließt die Deutsche Bank aus. "Wir haben immer gesagt, dass wir in die breite Privatkundschaft Strafzinsen oder Negativzinsen nicht weitergeben wollen. Hier gibt es auch gesetzliche Vorgaben. Von daher ist es für uns überhaupt kein Thema", sagte Sewing. Wo Negativzinsen an Firmenkunden oder an vermögende Privatkunden weitergegeben würden, setze die Bank verstärkt auf Beratung der Kunden.

Der Leitzins im Euroraum liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent. Die Negativzinsen von derzeit 0,5 Prozent, die die Europäische Zentralbank (EZB) zudem verlangt, wenn Banken Gelder bei ihr parken, fressen sich zunehmend durchs Finanzsystem. Zahlreiche Banken geben den Einlagezins bereits an ihre Kunden weiter, um Verlustgeschäften vorzubeugen, die sie nicht an anderer Stelle ausgleichen können.

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"Keine Änderungen" beim Personalabbau

Die Deutsche Bank hatte im Juli den umfassendsten Konzernumbau ihrer Geschichte angekündigt: 18.000 Stellen sollen abgebaut werden. Außerdem will die Bank sich aus mehreren Geschäften wie dem Aktienhandel zurückziehen. Einen zusätzlichen Personalabbau schloss Sewing im n-tv Interview aus. Hier würden "keine Änderungen" vorgenommen. "Wir werden voraussichtlich deutlich unter 90.000 Mitarbeitern sein am Jahresende." Das seien 10.000 Mitarbeiter weniger als im April 2018, als er gestartet sei.

"Wir haben eine Bilanz, die noch nie so aufgeräumt war, wie wir es jetzt zurzeit sehen", sagte Sewing. Dennoch bedürfe es "täglicher Arbeit auf der Kostenseite, um die Disziplin zu halten". Positiv hob er hervor, dass die Deutsche Bank künftig etwas weniger Kapital vorhalten müsse. Am Montag habe das Geldhaus die Nachricht von der EZB erhalten, dass das Kapitalerfordernis der Bank zum 1. Januar um 25 Basispunkte von 11,84 Prozent auf 11,59 Prozent nach unten gesetzt worden sei.

Quelle: ntv.de, ddi