Wirtschaft

Milliardenschaden für die Region So teuer wird der Karnevalsausfall

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Karnevalskostüme braucht dieses Jahr kaum jemand - das kostet die Einzelhändler 280 Millionen Euro Umsatz.

(Foto: picture alliance/dpa)

In den Karnevalshochburgen am Rhein und anderswo bleibt dieses Jahr alles still, Corona verdammt die "Fünfte Jahreszeit" in die Zwangspause. Das ist nicht nur traurig für alle Jecken. Den Gastronomen, Hoteliers und Veranstaltern entgehen Einnahmen in Milliardenhöhe.

Der Ausfall des Karnevals wegen des Corona-Lockdowns zieht wirtschaftliche Schäden in Höhe von 1,5 Milliarden Euro nach sich. Das geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, aus der das Nachrichtenportal t-online zitiert. Demnach entgehen der Gastronomie Einnahmen in Höhe von rund 660 Millionen Euro, dem Hotelgewerbe fehlen Umsätze über rund 160 Millionen Euro, dem Transportsektor 240 Millionen Euro.

Stark getroffen ist auch der Einzelhandel. Durch den Ausfall der Karnevalssaison machten die Händler rund 330 Millionen Euro weniger Umsatz - rund 280 Millionen Euro davon entfielen allein auf den fehlenden Verkauf von Kostümen. "Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter werden jetzt in der Karnevalszeit schmerzlich daran denken, wie einschneidend der seit November währende Lockdown ist", sagte IW-Direktor Michael Hüther t-online

Der Ausfall der Karnevalssaison sei epidemiologisch natürlich begründet. "Ob allerdings Gastronomie, Hotellerie und Veranstaltungswirtschaft alle schließen mussten und denen dann wirklich effektiv geholfen wurde, werden wir erst noch sehen", sagte Hüther weiter. Die Auszahlung der sogenannten November- und Dezemberhilfen sei nicht überzeugend gewesen und habe zu lange gedauert.

Die IW-Ökonomen berücksichtigten bei ihren Berechnungen laut t-online die Länge der Karnevalszeit, die stets am 11. November beginnt, jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten im folgenden Jahr endet. Die diesjährige Karnevalszeit ist demnach mit 98 Tagen vergleichsweise kurz. Im kommenden Jahr 2022 fällt sie mit 110 Tagen deutlich länger aus.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP