Wirtschaft

Tourismusverband gegen Reform Sommerferien-Vorschlag stößt auf Gegenwehr

122621310.jpg

Geht da noch was? Strand von Zinnowitz im Juli 2019.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sollen die Sommerferientage bundesweit enger zusammenrücken? Berlin und Hamburg beantragen, dass künftig alle Bundesländer später in die Sommerfrische starten sollen. Der Deutsche Tourismusverband findet diese Reformidee unsozial, wenig nachhaltig und wirtschaftlich unsinnig.

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) hat sich vehement gegen eine Verkürzung des sogenannten Ferienkorridors im Sommer ausgesprochen. DTV-Präsident Reinhard Meyer forderte die Kultusministerkonferenz auf, von ihren Plänen Abstand zu nehmen, den Ferienkorridor für alle Bundesländer auf die Zeit vom 1. Juli bis 10. September zu verengen. Dies entspreche 73 Tagen, aktuell liege der Korridor bei 85 Tagen, erläuterte Meyer beim Deutschen Tourismustag in Rostock. Mit dem Ferienkorridor ist die Zeit zwischen dem ersten Sommerferientag des ersten Bundeslandes und dem letzten Ferientag des letzten Bundeslandes gemeint.

Die Bundesländer Berlin und Hamburg hatten im Oktober neue Regeln beantragt: Danach sollen die Sommerferien erst ab 1. Juli und nicht schon im Juni beginnen, die Termine der Länder enger zusammenrücken und die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen. Die beiden Länder versprechen sich von dem kürzeren Zeitraum "mehr Kontinuität" im Schuljahresablauf. Die aktuelle Regelung habe negative Auswirkungen auf die Lernzeit der Schüler, belaste die Lehrkräfte, erschwere die Abiturprüfungen.

Würden die Pläne umgesetzt, verkürze sich der Urlaubszeitraum massiv, argumentierte DTV-Chef Meyer. Es sei auch nicht sozial, wenn Familien mit schulpflichtigen Kindern, die über weniger Geld verfügen, die höchsten Preise zahlen müssen. Wegen zu erwartender Staus könne auch nicht von Nachhaltigkeit gesprochen werden. Meyer kritisierte zudem, dass Nordrhein-Westfalen künftig zur gleichen Zeit Sommerferien wie Bayern und Baden-Württemberg haben wolle. Damit gingen die drei bevölkerungsreichsten Bundesländer gleichzeitig in den Urlaub.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe sprach sich ebenfalls gegen die Verkürzungspläne aus und wies auf volkswirtschaftliche Verluste hin. Jeder wegfallende Ferientag bedeute für die deutsche Tourismusbranche einen Verlust von rund 100 Millionen Euro. "Wir wollen ja nicht mehr Ferien, sondern eine flexiblere Gestaltung ermöglichen", sagte der CDU-Politiker.

Quelle: ntv.de, mau/dpa