Wirtschaft

Ifo-Index gibt erneut nach Sorgen in den Chefetagen nehmen zu

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Die Wachstumsraten werden kleiner.

(Foto: picture alliance / Daniel Bockwo)

Strafzölle, Gegenmaßnahmen, starker Euro: Die Laune bei deutschen Managern war schon einmal besser. Stimmungsaufhellend wirkt indes der Blick auf die heimische Konjunktur. Zudem erinnern Experten daran, dass das Wachstum nicht vorbei sei.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im März eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index fiel auf 114,7 Punkte von 115,4 Zählern im Vormonat und damit das zweite Mal in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten einen Rückgang auf 114,8 Punkte erwartet. "Der  drohende Protektionismus drückt auf die Stimmung", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Manager bewerteten ihre Geschäftslage und auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate weniger optimistisch als zuletzt. Trotz erheblicher Risiken wie einem drohenden Handelskrieg mit den USA schauen viele Ökonomen positiver auf die deutsche Konjunktur.

So urteilt etwa Thomas Gitzel von der VP Bank, dass der Wachstumszenit derzeit zwar überschritten werde. "Dies soll nun allerdings nicht bedeuten, dass die deutsche Konjunktur vor einem Einbruch steht, sondern die Zuwachsraten des Bruttoinlandsproduktes werden in Zukunft etwas kleiner ausfallen."

Ähnlich äußert sich Jörg Zeuner von der KfW. Das deutsche Wachstum werde weiterhin gut ausfallen - "zumindest wenn die Europäer die Nerven behalten und sich nicht zu übereilten Gegenmaßnahmen hinreißen lassen". Stärke Europa die eigenen Wachstumskräfte nachhaltig anstatt sich "allzu häufig gegenseitig nur zu kontrollieren", werden "auch die Abhängigkeiten vom Rest der Welt sinken".

Dank florierender Exporte erhöhten die Wirtschaftsweisen diese Woche ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes 2018 von 2,2 auf 2,3 Prozent. Es wäre das größte Plus seit 2011. Viele Fachleute gehen aber davon aus, dass sich der Aufschwung seinem Höhepunkt nähert.

Zuletzt hatte sich indes auch der Konjunkturoptimismus von Börsianern überraschend kräftig abgeschwächt. Der ZEW-Index - Barometer für ihre Erwartungen für die deutsche Wirtschaft im kommenden halben Jahr - war im März um 12,7 auf 5,1 Punkte abgesackt. "Die Sorge vor einem durch die USA ausgelösten globalen Handelskonflikt lässt die Experten vorsichtiger in die Zukunft blicken", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Auch der starke Euro belaste die Konjunkturaussichten für Deutschland als Exportnation. Allerdings warnte der ZEW-Chef vor Pessimismus: "In Verbindung mit der immer noch sehr guten Lageeinschätzung ist der Ausblick aber weiterhin positiv."

Quelle: n-tv.de

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