Wirtschaft

Milliardendeal und BörsengangSpaceX legt Mars-Pläne auf Eis und peilt den Mond an

09.02.2026, 09:39 Uhr
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SpaceX schwenkt bei seinen Raumfahrtprojekten um. (Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Mit der Reise zum Mars will SpaceX ein neues Zeitalter der Raumfahrt einleiten. Doch nun setzt das Unternehmen erst einmal auf realistischere Ziele.

SpaceX hat eine für dieses Jahr geplante Mars-Mission verschoben und konzentriert sich stattdessen auf eine lange zugesagte Mondreise für die Nasa. Das Raketenunternehmen teilte Investoren mit, dass es dem Flug zum Mond Priorität einräumen und eine Reise zum Mars zu einem späteren Zeitpunkt versuchen werde, wie informierte Personen sagten. SpaceX strebt nun eine Mondlandung ohne Besatzung für März 2027 an, wie eine weitere Person sagte.

Der strategische Kurswechsel erfolgt vor dem Hintergrund, dass SpaceX seine Pläne für KI-Rechenzentren im Weltraum nach der Übernahme von Elon Musks Startup xAI forciert. Dieser vor einer Woche bekanntgegebene Deal bewertet das fusionierte Unternehmen mit 1,25 Billionen US-Dollar. SpaceX plant zudem einen Börsengang, der bereits im Sommer erfolgen könnte.

In einem Memo, in dem die Fusion angekündigt wurde, skizzierte Musk, der auch CEO von SpaceX ist, die Pläne des Unternehmens, eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond aufzubauen. Er verwies auf Bestrebungen, diesen als Basis für die Erforschung des Weltraums zu nutzen. "Die Fähigkeiten, die wir durch die Realisierung weltraumgestützter Rechenzentren freisetzen, werden selbstwachsende Basen auf dem Mond, eine ganze Zivilisation auf dem Mars und schließlich die Expansion ins Universum finanzieren und ermöglichen", sagte er.

Die Nasa hatte SpaceX vor einigen Jahren beauftragt, eine Version seines Starship-Raumfahrzeugs zu entwickeln, das in der Nähe des Mondes an ein Raumschiff der Weltraumbehörde andocken, eine Besatzung aufnehmen und US-Astronauten auf die Mondoberfläche transportieren soll. Die Landung von Astronauten ist ein Kernbestandteil des Artemis-Explorationsprogramms der Nasa.

"Präsident der Premieren"

SpaceX mit Sitz in Texas hat seine Nasa-Mittel in Milliardenhöhe genutzt, um Starship zu entwickeln - eine über 120 Meter hohe Rakete, die vollständig wiederverwendbar sein soll. Im vergangenen Jahr bezeichnete Musk den Mond noch als "Ablenkung" und sagte, SpaceX werde "direkt zum Mars" fliegen. Musk hatte zuvor bei US-Präsident Donald Trump um Unterstützung für seine Mars-Mission geworben. Er sagte dem Präsidenten, dass die Beförderung von Menschen auf den Planeten sein Erbe als "Präsident der Premieren" festigen würde, wie das "Wall Street Journal" berichtete.

SpaceX hatte angekündigt, bis Ende 2026 fünf Starship-Raketen zum Mars zu schicken, um den Zeitraum zu nutzen, in dem die Entfernung zwischen Erde und Mars sich verringert, was die Reise erleichtert. In einem Podcast-Interview, das im Januar ausgestrahlt wurde, spielte Musk die Aussichten auf eine Mars-Reise in diesem Jahr nun jedoch herunter. "Wir könnten es tun, aber die Wahrscheinlichkeit wäre gering" und es sei "eher eine Ablenkung", sagte er. Für sein Unternehmen wird es schwierig, den Zeitplan für März 2027 einzuhalten. Dafür müsste SpaceX das Starship häufig starten und nachweisen, dass es Fahrzeuge im Orbit betanken kann.

Im vergangenen Jahr übten Nasa-Vertreter Druck auf SpaceX aus und forderten das Unternehmen auf, dem Mond Priorität einzuräumen. Im Oktober sagte Sean Duffy, der zu diesem Zeitpunkt kommissarisch die Nasa leitete, SpaceX sei im Rückstand. Er wünschte sich mehr Wettbewerb, um ein Fahrzeug zu entwickeln, das Astronauten zum Mond bringen könne. Seitdem hat SpaceX der Nasa einen vereinfachten Weg für die Rückkehr von Besatzungen zum Mond vorgeschlagen.

Das Unternehmen Blue Origin von Jeff Bezos will SpaceX mit einem eigenen, vereinfachten Mondlandungssystem übertrumpfen. Im Januar gab Blue Origin bekannt, dass das Unternehmen sein suborbitales Tourismusgeschäft vorübergehend einstellen werde, um sich auf die Mondmissionen zu konzentrieren. Die Nasa plant, in Kürze Astronauten auf einen Weltraumflug namens Artemis II zu schicken, der am Mond vorbeiführt. Diese Mission würde die Grundlage für eine potenzielle Mondlandung von Astronauten im Jahr 2028 mit SpaceX oder Blue Origin bilden.

Quelle: ntv.de, mba/DJ

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