Wirtschaft

Abgasbetrug bei Audi Stadler soll Millionenschaden verantworten

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Muss Stadler noch einmal ins Gefängnis? Die Staatsanwaltschaft München wirft dem früheren Audi-Chef vor, für einen Schaden von 27,5 Millionen Euro verantwortlich zu sein.

(Foto: imago/Sven Simon)

Die Anklage gegen den früheren Audi-Chef Stadler steht: Danach beziffert die Münchner Staatsanwaltschaft den Betrugsschaden durch manipulierte Diesel auf 27,5 Millionen Euro. Für den Ex-Manager geht es aber um mehr: Ein Prozess wird entscheiden, ob er erneut ins Gefängnis muss.

Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler soll in der Abgasaffäre für einen Schaden in Höhe von rund 27,5 Millionen Euro verantwortlich sein. Das geht aus einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hervor. Das Blatt zitiert aus der Betrugsanklage der Staatsanwaltschaft München II gegen Stadler und drei weitere Beschuldigte.

Die Ermittler werfen dem früheren Vorstandschef der Ingolstädter Volkswagen-Tochter vor, für 120.000 manipulierte Diesel-Autos in Europa verantwortlich zu sein. Der Schaden habe durchschnittlich knapp 230 Euro pro Fahrzeug betragen. Das ergebe in der Summe die rund 27,5 Millionen Euro, schreibt das Blatt. In der Anklageschrift soll der mutmaßliche Schaden auf Euro und Cent genau beziffert sein.

Im Falle eines Prozesses geht es darum, ob Stadler erneut ins Gefängnis muss. Der frühere Audi-Chef hatte im vergangenen Jahr mehrere Monate lang in Untersuchungshaft gesessen. Angesichts der Größenordnung gilt im Falle einer Verurteilung eine Bewährungsstrafe als unwahrscheinlich, hieß es weiter. Stadler bestreitet die Vorwürfe. Verfahrensbeteiligte rechnen mit einem längeren Prozess.

In der Abgasaffäre halten die Ermittler Stadler vor, er habe nach Bekanntwerden der Manipulationen bei Volkswagen im September 2015 anschließend bei Audi nicht durchgegriffen. Er habe es vielmehr geduldet, dass die VW-Tochter weiterhin manipulierte Dieselfahrzeuge hergestellt habe; insgesamt rund 120.000 Autos. Diese Fahrzeuge mit einem hohen Schadstoffausstoß seien den Kunden als vermeintliche saubere Autos verkauft worden, und das sei Betrug gewesen.

Die Staatsanwaltschaft München II wirft Stadler und den drei übrigen Audi-Beschuldigten außerdem strafbare Werbung vor. Zudem seien die Manager verantwortlich dafür, dass Audi falsche Angaben bei den Zulassungsbehörden gemacht habe. Stadler bestreitet auch diese Vorwürfe.

Quelle: n-tv.de, mau

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