Wirtschaft

Investitionen in der Krise Startups bricht die Finanzierung weg

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Leere Büros - auch Startups verlegen ihre Arbeit ins Homeoffice.

(Foto: imago images/Westend61)

Startups können nur überleben, wenn sie Geld von Investoren bekommen. Deren Zahlungen erreichten in den vergangenen Jahren Rekordstände. Durch die derzeitige Krise dürften jedoch Investitionen ausbleiben. Eine Studie spricht von einer "existenziellen Herausforderung".

Nach Rekordjahren mit üppigen Finanzierungen könnte die Coronavirus-Krise laut einer Studie viele Startups in ihrer Existenz bedrohen. Investoren dürften bei der Finanzierung junger Firmen genauer hinschauen und Einnahmen bei Gründern wegbrechen, heißt es in einer Analyse der Beratungsgesellschaft EY.

"2019 dürfte vorerst das letzte Rekordjahr für das europäische Startup-Ökosystem gewesen sein", sagte Hubert Barth, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung Deutschland, bei der Vorstellung des Startup-Barometers. Die Pandemie werde zu deutlich weniger Investitionen und massiven Umsatzausfällen führen. Die Krise sei eine "existenzielle Herausforderung".

Startups schreiben in der Regel noch keine Gewinne und sind daher auf Kapital von Investoren angewiesen. Viele Gründer bringen Privatvermögen in die Firmen ein und haben nur wenige Rücklagen, was sie nun anfällig in der Krise macht. "Die Mehrzahl der Startups ist nur für einige Monate durchfinanziert", sagte EY-Partner Peter Lennartz. Die Hoffnungen ruhten auf dem Zwei-Milliarden-Euro-Schutzschirm der Bundesregierung für Startups.

London liegt vor Berlin

EY begrüßte die Hilfen für Startups. "Der Finanzierungsmarkt darf nicht vollständig austrocknen - das würde den Technologiestandort Deutschland um Jahre zurückwerfen", sagte Barth und betonte, die Corona-Krise zeige, wie wichtig eine noch "stärkere Digitalisierung der Wirtschaft" sei.

Vergangenes Jahr hatten Startups in Deutschland und dem übrigen Europa Rekordgelder von Investoren eingeworben und einige große Deals abgeschlossen. Die Investitionen von Fonds und Konzernen in Wachstumsfirmen kletterten um 46 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro. Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg um ein Prozent auf 4246.

Am meisten profitierten britische Startups wie Fintech Greensill Capital von der Investitionsfreude. Sie kamen auf 11,1 Milliarden Euro, das sind 54 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutschland landete mit 6,1 Milliarden Euro auf dem zweiten Platz - 32 Prozent mehr als 2018 -, gefolgt von Frankreich. Bei den Städten stand London mit 9,1 Milliarden Euro auf dem Siegertreppchen, gefolgt von Berlin (3,5 Milliarden Euro), das wiederum nur knapp vor Paris lag.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/rts