Wirtschaft

Erstmals seit 2016 Steuersenkung drückt Inflationsrate ins Minus

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Die von der Bundesregierung gesenkte Mehrwertsteuer hat Inflation sinken lassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit der Reduzierung der Mehrwertsteuer will die Bundesregierung die Wirtschaft aus dem Corona-Blues befreien. Für Verbraucher bringt sie tatsächlich in einigen Bereichen geringere Kosten. Auf Monatssicht wird vieles billiger - die Unternehmen reichen die Ersparnis offenbar weiter.

Nach der Verringerung der Mehrwertsteuer ist die Inflation in Deutschland erstmals seit gut vier Jahren wieder gesunken. Die Verbraucherpreise verringerten sich im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zum letzten Mal war die Jahresinflation im April 2016 negativ gewesen mit ebenfalls minus 0,1 Prozent.

"Offenbar haben die Händler und Dienstleister die Mehrwertsteuersenkung zu einem beträchtlichen Teil an ihre Kunden weitergegeben, auch wenn der genaue Effekt nur schwer abzuschätzen ist", sagte Commerzbank-Volkswirt Marco Wagner. Nach seiner Einschätzung dürfte die Inflationsrate aber bereits im August wieder in den positiven Bereich zurückkehren, da die Energiepreise angesichts leicht steigender Ölpreise zulegen dürften.

Deutlich günstiger als im Juli 2019 waren Haushaltsenergie und Kraftstoffe (minus 6,7 Prozent). Nahrungsmittel verteuerten sich hingegen innerhalb eines Jahres um 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat verringerten sich die Verbraucherpreise insgesamt um 0,5 Prozent.

Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, hat die Bundesregierung die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise 7 auf 5 Prozent. Händlern und Dienstleistern steht es frei, ob und wie sie die niedrigere Mehrwertsteuer an die Verbraucher weitergeben.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa