Wirtschaft

Tech-Gründerin Pausder in Rage Steuerzahler werden nur an Verlusten beteiligt

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Verena Pausder ist Gründerin von Fox & Sheep und den Haba Digitalwerkstätten.

(Foto: Patrycia Lukas)

Die Startups von Verena Pausder haben das Ziel, bessere "Digitale Bildung" zu schaffen. Mit ihrem neuen Buch will sie gleich "Das Neue Land" aufrütteln: Vom staatlichen Innovationsfonds bis zum Wahlrecht ab 16 Jahren macht sie Vorschläge für die Zukunft.

Wenn man Farbe bekennt, sei "das Pflaster rau geworden", meint Verena Pausder. Trotzdem hält sie es für wichtig, sich zu Wort zu melden: "Wenn wir es nicht machen, sind nur die Stimmen laut, die gegen etwas sind", sagt die Tech-Gründerin im ntv-Podcast "So techt Deutschland".

Damit es nicht dabei bleibt, hat die Unternehmerin und Digitalexpertin ein Buch geschrieben, das eigentlich eine Rede ist. Das sei nicht ihr großer Masterplan gewesen, erzählt Verena Pausder. Aber während sie an dem Buch gearbeitet habe, sei diese Form entstanden. Reden und nicht belehren, ist ihre Devise, damit am Ende niemand das Buch zuklappt und fragt: Was hat das jetzt mit mir zu tun?

Angefangen, ihr Buch zu schreiben, hat Verena Pausder bereits im November 2019. Dann kamen das Coronavirus und die "neue Realität". Und von dieser wurde die Gründerin letztlich überholt. "Ich fand das so schwer, die Gegenwart einzufangen", sagt Pausder in Hinblick auf den Lockdown im März und April. Deswegen konzentriert sie sich auf die Zukunft.

Der Titel "Das Neue Land" soll dabei Programm sein und das möglichst konkret. Nicht meckern, sondern Lösungen anbieten, sagt Verena Pausder. "Meine Ideen sollen auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein", erzählt sie. Es gehe darum, Haltung zu zeigen: "Ich habe mich eben nicht hinter Fußnoten verschanzt."

Nur Verluste werden geteilt

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Doch was ist jetzt "Das Neue Land"? Verena Pausder hat viele Vorschläge: Wahlrecht mit 16 Jahren und eine E-Mail-Adresse für alle zum Beispiel - in Berlin beispielsweise hätten 30.000 Lehrerinnen und Lehrer keine offizielle E-Mail-Adresse; es fehlten Systemadministratoren an den Schulen, damit die Digitalisierung endlich vorankommt. Aber letztlich gilt das auch für das ganze Land. Deshalb wünscht sich die Gründerin einen "staatlich zertifizierten Innovationsfonds."

Bisher sei es so, dass Verluste sozialisiert werden, erzählt Verena Pausder. Das sei in der Bankenkrise so gewesen oder auch jetzt beim Einstieg des Staates in bestimmte Unternehmen während der Corona-Krise. "Aber wir sind nicht an der Chance beteiligt", kritisiert die Unternehmerin. "Wir haben keinerlei Fonds, wo der Steuerzahler an Innovation beteiligt ist."

Das müsse sich ändern, um Kapital im Land zu behalten und die eigene Bevölkerung zu stärken. "Was wäre, wenn man gezwungen wäre, ab 100.000 Euro Vermögen ein Prozent pro Jahr in einen solchen Innovationsfonds zu investieren?", fragt Verena Pausder. Was sie sich davon verspricht und wie ein Better-Politics-Index für bessere Politik sorgen könnte, verrät sie in "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de