Wirtschaft

Millionen- statt Milliardenstrafe Strafe für Ex-Banker Kerviel gesenkt

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Erleichterung für Kerviel? - Zumindest muss er nun nur noch eine Millionen Euro Strafe zahlen und nicht mehr 4,9 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

Jérôme Kerviel trieb mit waghalsigen Spekulationen seinen Arbeitgeber fast in den Ruin. Zumindest stellt das die französische Großbank Société Générale so dar. Ein Berufungsgericht sieht das anders und senkt seine Strafe deutlich.

Ein französisches Gericht hat die Schadenersatzforderung gegen den Ex-Börsenhändler Jérôme Kerviel drastisch reduziert. Anstelle der in zwei Gerichtsurteilen festgesetzten 4,9 Milliarden Euro solle Kerviel der Großbank Société Générale lediglich eine Million Euro zahlen, entschied das Berufungsgericht von Versailles. Begründung: Der 39-Jährige sei für den Schaden, den sein damaliger Arbeitgeber erlitten hatte, nur "teilweise" verantwortlich.

In der Anfang 2008 bekannt gewordenen Affäre hatte Kerviel der Société Générale durch hochriskante Finanzspekulationen einen Milliardenschaden zugefügt. Die Bank beziffert die durch ihren einstigen Mitarbeiter verursachten Verluste auf 4,9 Milliarden Euro.

In zwei Prozessen wurde Kerviel deswegen zu drei Jahren Haft und 4,9 Milliarden Euro Schadensersatz verurteilt. Frankreichs Oberstes Gerichtshof bestätigte 2014 zwar die Haftstrafe, erklärte den Rekord-Schadenersatz aber für ungültig. Das Gericht gab der Société Générale eine Mitschuld an den Verlusten, weil Kontrollmechanismen der Bank versagt hätten.

Das Berufungsgericht von Versailles, das in einem Zivilprozess die Schadenersatzansprüche der Société Générale erneut prüfte, urteilte nun, Kerviel sei für den Schaden nur zum Teil verantwortlich. Kerviel hat stets argumentiert, seine Vorgesetzten hätten von seinen Geschäften gewusst. Die Bank bestreitet das.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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