Flugzeugbauer klagtStreit mit Zulieferer legt offenbar Produktion des Boeing-Frachters 777 lahm

Insidern zufolge ruht bei Boeing die Produktion des Frachtflugzeugs 777, weil ein "unverzichtbares" Bauteil für die Tragflächen fehlt. Der Lieferstopp soll den Konzern mehrere Millionen Dollar pro Tag gekostet haben.
Ein Streit mit einem Zulieferer hat bei Boeing Insidern zufolge die Produktion des Frachtflugzeugs 777 für fast zwei Monate lahmgelegt. Auch die Fertigung des Modells 767, das als Frachter und militärisches Tankflugzeug gebaut wird, sei beeinträchtigt, da es an einem laut Boeing "unverzichtbaren" Bauteil für die Tragflächen fehle, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Boeing im August gegen den in Florida ansässigen und für das Teil alleinigen Zulieferer Vaero klagte, da der Lieferstopp den Flugzeugbauer bis zu 6,5 Millionen Dollar pro Tag gekostet habe. Obwohl sich die Unternehmen Ende September geeinigt hätten, ruhe die Produktion des 777-Frachters weiterhin, sagten die Insider. Boeing lehnte eine Stellungnahme ab, Vaero reagierte bislang nicht auf eine Anfrage.
Um sich künftig abzusichern, versuche Boeing nun, die Produktion des betroffenen Bauteils selbst zu übernehmen, hieß es aus den Kreisen weiter. Das neue Modell 777X sei von dem Engpass nicht betroffen, da dessen Tragflächen aus Verbundwerkstoffen bestünden.
Wegen der fehlenden Teile habe der US-Konzern zwei teilweise montierte 777-Frachter aus der Endmontage nehmen müssen. Eines der Flugzeuge war Daten der Luftfahrtberatung IBA zufolge für FedEx bestimmt. Boeing hat in diesem Jahr bislang 21 Frachter vom Typ 777 ausgeliefert. Einige wenige Maschinen, deren Tragflächen vor dem Streit montiert wurden, könnten den Insidern zufolge noch vor Jahresende an Kunden übergeben werden.